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BPI-Hauptversammlung: Medizinische Versorgung braucht Innovationen

Förderung von Forschung und Entwicklung auch durch steuerliche Maßnahmen von EU-Kommission empfohlen

"Wir brauchen ein Umfeld, das Innovationen auf allen Ebenen unterstützt", forderte Dr. Bernd Wegener, Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) heute im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung des Verbandes in Berlin.

"Die medizinischen Herausforderungen, die eine immer älter werdende Bevölkerung an das Gesundheitssystem stellt, werden sich nur durch individuelle, zielorientierte und kosteneffiziente Therapien lösen lassen. Behandlungen, für die vor 20 Jahren noch ein Krankenhausaufenthalt nötig war, lassen sich heute durch eine Arzneimitteltherapie ambulant durchführen. Diese Erfolge gilt es fortzuschreiben. Lebensqualität und Selbstständigkeit für alle Altersstufen in einem bezahlbaren Gesundheitswesen sind die Ziele, die wir als pharmazeutische Unternehmen mit den Akteuren im Gesundheitswesen gemeinsam erreichen müssen", so Wegener.

Dennoch sieht der BPI aufgrund des andauernden Kostendrucks im Gesundheitswesen die Voraussetzungen für innovationsfreundliche Rahmenbedingungen skeptisch: "Charakteristisch für den Pharmamarkt Deutschland ist der politische Druck auf die Preise für Arzneimittel. Festbeträge, Zuzahlungsbefreiungen, Zwangsrabatte, Rabattverträge, Arzneimittelhöchstbeträge: die Margen vieler Produkte sind im freien Fall", erklärte Wegener. Gleichzeitig steigen permanent Anforderungen und Kosten für die Arzneimittelentwicklung und -herstellung.

Für Pharmaunternehmen, gerade für kleine und mittlere Arzneimittelhersteller, werde es immer schwieriger, in Produktverbesserungen zu investieren. Gerade für die Erforschung und Entwicklung unverzichtbarer Innovationen, wie z. B. besserer Darreichungsformen, neuer Indikationen für bekannte Stoffe, neuer Wirkstoffe und verbesserter Herstellungsverfahren fehle vielen Unternehmen schlicht die Finanzkraft. Gleichzeitig fällt es innovativen Unternehmensgründungen, z. B. in der Biotechnologie schwer, das benötigte Risikokapital für ihre Entwicklungen zu beschaffen. "So werden wir nicht wieder zur Apotheke der Welt", sagte Wegener und betonte: "Wer Innovation behindert, verhindert Therapien, von morgen und die Generika von übermorgen".

Die EU-Kommission habe schon 2006 den Mitgliedstaaten die Förderung von Forschung und Entwicklung auch durch steuerliche Maßnahmen empfohlen. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert eine steuerliche Forschungsförderung und wird darin vom BPI voll unterstützt. "Es geht darum, die Unternehmen steuerlich zu entlasten, die durch risikoreiche Forschung und Entwicklung Patienten Therapiemöglichkeiten eröffnen und gleichzeitig Arbeitsplätze, Umsätze und damit die Steuereinnahmen der Zukunft sichern." Daher müsse sich bei den politisch Verantwortlichen das Bewusstsein durchsetzen, dass eine lediglich auf Preis- und nicht auf Qualitätswettbewerb ausgerichtete Arzneimittelpolitik den Pharmastandort Deutschland schwächt und die Innovationen des medizinischen Fortschritts im Ausland stattfinden lässt - zu Lasten der Patienten und des Standortes Deutschland.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner über 50jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie/Anthroposophie und Pharma-Dienstleister.

zuletzt bearbeitet: 24.06.2008 nach oben

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