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Übergewicht bei Kindern: Oft erkennen Eltern das Risiko zu spät

Pressemitteilung: Universität Potsdam

Prävention kindlicher Adipositas: Was hindert und erleichtert Eltern den Zugang zu Präventionsangeboten?

Ein Team um Prof. Dr. Petra Warschburger aus dem Institut für Psychologie der Universität Potsdam beschäftigt sich mit der Frage "Prävention kindlicher Adipositas: Was hindert und erleichtert Eltern den Zugang zu Präventionsangeboten?" Hintergrund des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekts ist die Tatsache, dass Übergewicht und Adipositas bereits im Vorschulalter weit verbreitet sind. Präventionsprogramme erweisen sich leider nicht immer als wirksam. Nach Ansicht von Experten werden sie gerade von denjenigen nicht in Anspruch genommen, die dies am dringendsten nötig hätten. Welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen, steht im Mittelpunkt der von den Uni-Wissenschaftlern durchgeführten Untersuchung.

Es richtet sich insbesondere an sozial schwache Eltern von solchen Kindern, die schon im Alter zwischen drei und sechs Jahren ein Übergewichtsrisiko erkennen lassen. In 40 Interviews und über 500 Fragebögen erhielten Warschburger und ihre Mitarbeiterinnen bisher Informationen. Dabei waren es vor allem die Mütter, die sie erreichten. Im Rahmen der Erhebungen wurden sie bezüglich ihrer Wahrnehmung eines Übergewichtsrisikos für ihr Kind, der Anwendung von Ernährungsstrategien des Kindes sowie der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten zur Vermeidung kindlichen Übergewichts befragt.

Es stellte sich heraus, dass viele der Mütter das vorhandene Risiko gar nicht erkennen. Den Extrembereich Adipositas registrieren sie zwar gut, aber die Stufe davor, das Übergewicht, wird nicht als Risiko wahrgenommen. Da die Präventionsprogramme jedoch genau hier ansetzen, ist ihre Umsetzung für die gewählte Probandengruppe nach wie vor schwierig. Rund 85 Prozent der befragten Mütter waren völlig sorglos und nicht bereit, innerhalb der folgenden sechs Monate an einem entsprechenden Präventionsprogramm teilzunehmen. Das Verhältnis kehrte sich erst komplett um unter der Annahme, ein Arzt würde dies anraten. In dem Fall signalisierten nur noch knapp über zehn Prozent Desinteresse.

Die Befunde legen nahe, dass Präventionsangebote zunächst Motivation aufbauen müssen, um gerade in Risikogruppen die Teilnahmebereitschaft zu steigern.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 05.05.2008 nach oben

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