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Fehlprogrammierung bei Ungeborenen

Risiken für Übergewicht und Diabetes wirkungsvoll verringern

Übergewicht und falsche Ernährung einer werdenden Mutter führen häufig schon beim Baby zu einem erhöhten Körpergewicht. Und nicht nur das: Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, steigt auch das spätere Risiko des Kindes für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen mit dem Gewicht der Mutter an. Über geeignete Vorbeugung, wie etwa die Einführung eines routinemäßigen Tests auf Schwangerschaftsdiabetes, beraten Experten auf der 43. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), die vom 30. April bis zum 3. Mai in München stattfindet.

In Deutschland und anderen Industrienationen sind etwa ein Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter übergewichtig. Im Falle einer Schwangerschaft gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihr heranwachsendes Baby. "Übergewicht ist ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes, der - wenn er nicht erkannt und behandelt wird - mit einer regelrechten "Glukosemast" des Ungeborenen einhergeht", warnt Professor Dr. med. Andreas Plagemann, von der Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin. "Dadurch werden nicht nur die insulinproduzierenden Zellen bereits im Mutterleib geschädigt, sondern auch die gesamte Stoffwechsel-, Appetit- und Körpergewichtsregulation geradezu fehlprogrammiert."

Wird der Schwangerschaftsdiabetes behandelt, halbiert sich die Häufigkeit von Übergewicht bei den Kindern. Vor diesem Hintergrund sei die Aufnahme eines entsprechenden Screenings in die Mutterschaftsrichtlinien wichtig.

Auch das Stillen müsse konsequent gefördert werden, da es eine Überfütterung und deren schädliche Folgen wirkungsvoll vermeidet, so Plagemann. Plagemann ist im Rahmen der DDG-Tagung Chairman des Workshops "Diabetes, Obesity and Fetal Programming" am 1. Mai in München, in dem internationale Experten über neueste Erkenntnisse informieren und mit den Teilnehmern diskutieren.

zuletzt bearbeitet: 07.04.2008 nach oben

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