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Zusammenhang Depression, Diabetes, Arteriosklerose

RUB-Klinik sucht Studienteilnehmer

Depressionen kommen bei Diabetikern doppelt so häufig vor wie bei gesunden Menschen. Die Folge ist eine schlechtere Prognose. Grund dafür sind unter anderem Schädigungen der Blutgefässe (Arteriosklerose). An der RUB hat sich nun eine Forschergruppe gebildet, die die Zusammenhänge von Diabetes mellitus, Depression und Arteriosklerose erforschen will. Für eine Studie, die von Diabetologen, Kardiologen, Psychosomatikern und Psychiatern an der Universitätsklinik der Ruhr-Universität durchgeführt wird, suchen die Forscher Männer und Frauen mit insulinpflichtigem Diabetes Typ 2 im Alter von 21 bis 70 Jahren. Neben einer ausführlichen psychologischen Diagnostik wird eine Blutentnahme und eine EEG-Untersuchung durchgeführt.

Blutplättchen als Auslöser

Bekannt ist, dass Depressionen einen Risikofaktor für die Entwicklung der Arteriosklerose darstellen. Diese entsteht unter anderem durch eine übermäßige Aktivierung von Blutgerinnung, insbesondere der Blutplättchen, wodurch es zu einer Verstopfung von Gefäßen kommen kann. "Wir vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Blutplättchen und der Regulierung des Hormons Serotonin bei Depression besteht", erläutert Studienleiter Prof. Stephan Herpertz, und weiter, "dass über das Serotonin-System, welches bei Depressionen verändert ist, die Aktivierung der Blutplättchen stattfindet." Vieles spricht dafür, dass ein Serotoninmangel zur Entstehung der Depression beiträgt, so führt eine Steigerung des Serotoninspiegels häufig zur Linderung.

Faktoren der Depression

Als diabetische Spätfolge haben Diabetiker nicht selten Gefäßschäden. Zudem sind Diabetiker doppelt so häufig wie die Normalbevölkerung von einer depressiven Erkrankung betroffen. Neben der möglichen höheren Aktivierung der Blutplättchen kommen noch weitere Faktoren als mögliche Auslöser der Arteriosklerose hinzu. Depressive Menschen rauchen mehr und ernähren sich ungesünder. Zudem kann das benötigte Insulin bei übergewichtigen Patienten nur schlecht wirken, was zu hohen Blutzuckerwerten führt. Der Gemütszustand depressiver Menschen sorgt zusätzlich dafür, dass sie sich weniger an Behandlungsempfehlungen halten können und damit ihren Gesundheitszustand gefährden.

Möglichkeit zur Weiterbehandlung

Als Aufwandsentschädigung erhalten die Probanden 100 Euro und eine ausführliche Rückmeldung über die Untersuchungsergebnisse. Auf Wunsch können die Patienten nach ihrer Teilnahme an der Studie eine Behandlungsempfehlung erhalten. Die gewonnenen Daten werden dann an den behandelnden Hausarzt oder Diabetologen weitergegeben.

Diabetes auf dem Vormarsch

In Deutschland leiden ca. 5 % der Bevölkerung unter Diabetes mellitus, das sind vier Millionen Männer und Frauen. In den letzten Jahren hat die Zahl der Betroffenen erheblich zugenommen, was unter anderem auf die Alterstruktur der Bevölkerung zurückzuführen ist. Ab dem 40. Lebensjahr ist der Typ 2-Diabetes dabei die häufigste Form der Erkrankung. Die Schädigungen der Blutgefässe (Arteriosklerose) führen zu diabetesbezogenen Begleit- und Folgekrankheiten wie koronare Herzerkrankung oder Diabetikerfuß. Diese Spätschäden sind Grund für die großen Einschränkungen der Lebensqualität, aber auch der Lebenserwartung bei Diabetes mellitus.

Teilnehmer können sich bei Dipl.-Psych. Pia-Alexandra Pirkl, Tel.: 0231/4503-2369, melden.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 22.02.2008 nach oben

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