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Mehr Verantwortung für eigene Gesundheit übernehmen

Gesundheitsminister Laumann fordert auf der "Diabetes 2008" frühzeitige Prävention

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Bürgermeisterin Karin Reismann Mit Sorge blickte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute (8. Februar) in Münster auf die steigende Zahl jüngerer Menschen, die an Diabetes erkranken. "Das Kindes- und Jugendalter ist die zentrale Lebensphase für die Gesundheitsförderung", forderte Laumann, der als Schirmherr die Messe "Diabetes 2008" in der Halle Münsterland eröffnete, frühzeitig den Kampf gegen die "Volkskrankheit Nummer eins" aufzunehmen.

Bis einschließlich Sonntag zeigen rund 100 Aussteller Neuheiten in der Diabetes-Behandlung. Heute und morgen tauschen sich Mediziner, Apotheker und Gesundheitsdienstleister auf einem Fachkongress aus, während die Messe am Sonntag beim "Tag der Patienten und Interessierten" allen Besuchern offen steht. Diesen Ansatz der Aufklärung und Prävention lobte Laumann ausdrücklich. "Die Menschen sind selbst für ihre Gesundheit verantwortlich", plädierte der Minister für einen "mündigen Patienten". Die Annahme sei falsch, Gesundheit auf Grund der großen Erfolge in Technik und Medizin ohne eigenes Dazutun wiederherstellen zu können.

Auch Prof. Dr. Hellmut Mehnert stellte in seiner Eröffnungsansprache fest, dass Diabetes-Patienten immer jünger werden - und mahnte ebenfalls einen Wandel im Lebensstil an. Falsche Ernährung und Bewegungsmangel machte der geschäftsführende Vorstand der "Forschergruppe Diabetes" im "Institut für Diabetesforschung" in München als Hauptursachen aus. Vor diesem Hintergrund sei der Ausfall des Sportunterrichts an Schulen besonders schlimm, meinte er.

"Prävention und Frühdiagnose" nannte Prof. Mehnert als "Gebote der Stunde". Er empfahl, alle zwei Jahre die Blutzuckerwerte prüfen zu lassen. Und er riet zu mediterraner Kost, fettarm, mit vielen Ballaststoffen, magerem Fleisch und Fisch als Eiweißträgern sowie gelegentlich einem "viertel Literchen Wein".

Vertreten sind auf der "Diabetes 2008" auch zahlreiche Verbände, darunter die Bundeszahnärztekammer. Deren Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich wies auf die Wechselwirkung zwischen Zahnerkrankungen sowie Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen wie einem Diabetes hin. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdisziplinen werde daher immer wichtiger, erklärte Prof. Dr. med. Dr. hc. Diethelm Tschöpe, der der wissenschaftlichen Leitung des Kongresses angehört. Bundesweit sind etwa sechs bis acht Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Bei weiteren zwei bis drei Millionen Menschen ist die Zuckerkrankheit noch nicht erkannt worden.

Bildquelle: Halle Münsterland GmbH.
Bildunterschrift: Sanfter und schmerzfreier als bisher können Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel mit einer neuartigen elektronischen Stechhilfe ermitteln. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Bürgermeisterin Karin Reismann überzeugten sich auf der "Diabetes 2008" selbst am Stand des münsterschen Unternehmens "Pelikan".
Foto: Peter Grewer

zuletzt bearbeitet: 08.02.2008 nach oben

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