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Im Schlaf gesunden?

Symposium zu Naturheilkunde am Uniklinikum Jena widmet sich am 8. Dezember dem Schlaf

"Schlaf dich gesund!" - wer wurde nicht schon mit diesem Satz zur Therapie ins eigene Bett geschickt? "Das Schöne an diesem einfachen Rat - es funktioniert tatsächlich oft", erklärt Prof. Dr. Christine Uhlemann.

Dem Schlaf, so ist die Leiterin des Kompetenzzentrums Naturheilkunde der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Jena überzeugt, kommt eine zentrale Rolle für die Gesundheit zu. "Nicht nur, dass Schlafmangel auf die Dauer krank macht und totaler Schlafentzug sogar zum Tode führt - sehr viele Erkrankungen sind auch mit Schlafstörungen verbunden", so Prof. Uhlemann. Das würde aber bei vielen Therapien nicht entsprechend beachtet. Ein Teufelskreis entsteht - Kranke schlafen schlecht und werden so durch den fehlenden Schlaf schwächer und verstärken oft noch ihre Leiden.

Mit dieser Funktion des "Schlafes als Wächter des leibseelischen Friedens" beschäftigt sich am 8. Dezember 2007 das Symposium zu Ratio und Plausibilität in der Naturheilkunde am Universitätsklinikum Jena. Bereits zum 9. Mal lädt Prof. Christine Uhlemann zu diesem einzigartigen Austausch zwischen Vertretern der sog. Schulmedizin und der Naturheilkunde ans UKJ. Eingeladen sind auch alle interessierten Bürger.

Jeder dritte Bundesbürger klagt über schlechten Schlaf. "Halten massive Schlafstörungen länger als drei Monate an, sind diese chronisch" so Prof. Uhlemann, "Spätestens dann sollten die Betroffenen im Interesse ihrer Gesundheit Hilfe suchen". Studien zeigen, dass Schlafmangel schneller altern lässt und Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und Gedächtnisschwäche auslösen kann. Schlafstörungen können aber auch Symptome ernster Erkrankungen sein: "Psychische Störungen gehen immer mit einem gestörten Schlafverhalten einher", so Uhlemann, "das gilt aber auch für neurologische und internistische Erkrankungen." Schlafqualität und -quantität sind daher relevante medizinische Faktoren, die bei der Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden sollten. "In der Praxis ist das aber selten der Fall", weiß Prof. Uhlemann. Dabei sind für 85 Prozent der chronischen Schmerzpatienten die Schlafstörungen eines der größten gesundheitlichen Probleme. "Um den Gesamtzustand zu verbessern, sollte daher gezielt am Schlafverhalten angesetzt werden", ist Prof. Uhlemann überzeugt.

Dabei können unter ärztlicher Aufsicht auch kurzfristig Medikamente eingesetzt werden, um eine Normalisierung einzuleiten. Denn oft sind die Schlafprobleme mit Störungen des Körper-Rhythmus verbunden, der neu eingepegelt werden muss.

"Auch Rituale spielen hier eine große Rolle, denn gerade beim Thema Schlaf kann man mit Suggestion viel erreichen", so die Expertin für Naturheilverfahren. Hilft das nicht allein, kommen die Mittel der klassischen Naturheilkunde zum Einsatz: Pflanzliche Mittel wie Baldrian, dessen Wirkung naturwissenschaftlich erwiesen ist, oder Lavendel. "Doch die pflanzlichen Mittel helfen vor allem langfristig - eine echte Wirkung setzt erst nach 3-4 Wochen konsequenter Einnahme ein", schränkt Prof. Uhlemann ein.

Eine sofortige Reaktion gibt es hingegen bei den Kneippschen Wasseranwendungen - z. B. Wassertreten, Sitzbäder oder kalte, nasse Socken vor dem Schlafengehen. "Auch ordnende Gedanken wie das berühmte Schäfchen zählen helfen", meint Prof. Christine Uhlemann.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 04.12.2007 nach oben

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