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Kostenlose Untersuchung auf Typ-1-Diabetes-Risikogene für Neugeborene:

Die TEDDY-Studie soll die umweltbedingten Ursachen des Typ-1-Diabetes bei Kindern aufdecken

Typ-1-Diabetes ist derzeit die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Ärzte diagnostizieren pro Jahr etwa bei 2000 Kindern in Deutschland Typ-1-Diabetes. Diese Kinder sind künftig von täglichen Insulin-Injektionen abhängig. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt mit jedem Jahr weiter an.

Schlimme Folgen bei einem unerwarteten Auftreten von Typ-1-Diabetes, beispielsweise dramatische Stoffwechselentgleisungen, können aber vermieden werden. Das Institut für Diabetesforschung in München bietet im Rahmen der TEDDY-Studie eine kostenlose Untersuchung auf Typ-1-Diabetes-Risikogene bei Geburt an. Seit gut drei Jahren läuft in Deutschland die internationale TEDDY-Studie, die die umweltbedingten Ursachen des Typ-1-Diabetes bei Kindern aufdecken soll.

Gerade für Kinder, die in ihrer Familie einen erstgradigen Verwandten (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) mit Typ-1-Diabetes haben, ist diese Untersuchung sinnvoll. Etwa fünf von hundert Kindern, die aus einer vorbelasteten Familie stammen, entwickeln einen Typ-1-Diabetes. Sie haben ein weitaus höheres Risiko als andere Kinder, bei denen etwa drei von tausend einen Typ-1-Diabetes entwickeln.

Um den Typ-1-Diabetes eines Tages verhindern zu können, soll in einer zweiten Stufe der TEDDY-Studie geklärt werden, welche Umweltfaktoren die Krankheit bei erblich vorbelasteten Kindern auslösen können. Das TEDDY-Studienteam sammelt deshalb mit dem Einverständnis der Eltern schon von Geburt an Informationen zu Ernährung, Infektionen und besonderen psychischen Belastungen, die später ausgewertet werden.

"Stellen wir bei einem Kind Typ-1-Diabetes-Risikogene fest, können wir durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen zwar noch nicht die Krankheit selbst, zumindest aber einen unerwarteten Krankheitsausbruch mit dramatischen Stoffwechselstörungen verhindern. Zudem wird so ermöglicht, die notwendige Therapie frühzeitig zu beginnen und die Gefahr von Komplikationen zu verringern", so Frau Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin des Institutes für Diabetesforschung.

Die Teilnahme an der Typ-1-Diabetes-Risikountersuchung ist ganz einfach - mitmachen kann jedes Neugeborene. Insbesondere empfiehlt sich die Teilnahme aber für Kinder, die einen Verwandten mit Typ-1-Diabetes haben, da sie ein höheres Erkrankungsrisiko mitbringen. Bei der Geburt entnimmt der Arzt eine Blutprobe aus der Nabelschnur. Bis drei Monate nach der Geburt kann die Untersuchung anhand weniger Tropfen Blut nachgeholt werden.

Nähere Informationen zur Teilnahme bekommen Interessierte unter 0800 - 33 83 339 und per E-Mail: teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de
Mehr zur TEDDY-Studie lesen Sie auf www.teddystudy.org

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 22.11.2007 nach oben

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