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Innovationspreis an Jenaer Gefäßchirurgen verliehen

Entwicklung einer Gefäßprothese für Diabetiker am Universitätsklinikum Jena mit 300.000 Euro ausgezeichnet

Oberarzt PD Dr. Michael Heise von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Jena ist einer der Preisträger des diesjährigen Innovationswettbewerbes für Medizintechnik. Mit diesem Preis fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entwicklung einer neuartigen Gefäßprothese am UKJ in den nächsten Jahren mit bis zu 300.000 Euro.

Diese besonders belastbaren Gefäßprothesen sollen Diabetes-Patienten, die eine Dialyse benötigen, diese lebensrettende Behandlung erleichtern. Ziel ist es, den künstlich angelegten Dialyse-Zugang (Shunt) dauerhaft vor Verstopfungen zu schützen und so Komplikationen zu vermeiden. Bei den bisher für die Blutwäsche bei nierenkranken Patienten verwendeten, lebenswichtigen Shunts bilden sich regelhaft ausgeprägte Verengungen. Bereits nach ein bis zwei Jahren verstopfen die Zugänge in der Regel vollständig. Jenaer Mediziner arbeiten nun gemeinsam mit Ilmenauer Strömungsmechanikern daran, eine neuartige Prothese für einen besseren Blutfluss zu entwickeln.

Dabei soll durch einen verbreiterten Diffusor am Ende des Gefäßersatzes aus Kunststoff die Fließgeschwindigkeit des Blutes verlangsamt und gleichzeitig in zwei Ströme geteilt werden. Die Forscher wollen so verhindern, dass die Gefäßwände in Folge der starken Beanspruchung durch den intensiven Blutstrom verdicken und sich Blutgerinnsel bilden. "Die Prothese würde zwei derzeit bestehende Probleme auf einmal lösen", erklärt der Gefäßchirurg Dr. Michael Heise. "Durch das breite Ende verlangsamt sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes, so dass die Gefäßwand am Übergang zum Shunt nicht mehr durch den schnellen Blutstrom verdicken und den Zugang verschließen kann", so Heise. "Durch die gleichzeitige Teilung des Blutstroms verhindern wir zudem die Bildung von Blutgerinnseln, die sich durch langsamere Fließgeschwindigkeiten an den Gefäßwänden bilden und ebenfalls den Shunt verstopfen würden."

Diese Verschlüsse der Zugänge führen bei den Blutwäsche-Patienten wiederholt zu belastenden chirurgischen Eingriffen, die mit Hilfe der Jenaer Gefäßprothese künftig verhindern werden könnten. Wie gut sich das entwickelte Modell im dauerhaften Einsatz bewähren wird, wollen die Wissenschaftler nun in weiteren Untersuchungen herausfinden.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 01.11.2007 nach oben

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