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Arzneiverordnungs-Report 2007 zeigt: Reformen im Arzneimittelbereich wirken

Zur Vorstellung des Arzneiverordnungs-Reports 2007 erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt:

"Der Arzneiverordnungs-Report zeigt es deutlich: Die Reformmaßnahmen zur Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven in der Arzneimittelversorgung wirken. Die Zunahme der Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lag im ersten Quartal 2006 noch bei 10,5 %. Nach Inkrafttreten des Arzneimittel-Wirtschaftlichkeitsgesetzes sanken die Ausgaben unter Vorjahresniveau, so dass im Gesamtjahr die Steigerung auf 1,8 % begrenzt blieb."

Die Autoren des Reports führen dies im Wesentlichen auf eine erfolgreiche Ausgabensteuerung durch das Gesetz zurück. Die wichtigsten Elemente waren dabei die Zuzahlungsbefreiung für Arzneimittel, deren Apothekenverkaufspreis mindestens 30 % unter Festbetrag liegt, die Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven in den Festbetragsgruppen sowie der 10 %-ige Generikaabschlag in Verbindung mit dem Verbot von Naturalrabatten.

Der Arzneiverordnungs-Report zeigt jedoch gleichzeitig, dass die Herausforderungen in Zukunft zunehmen werden. Insbesondere die Entwicklung im Bereich der Spezialpräparate prägt die Ausgabenentwicklung des vergangenen Jahres. Sie verzeichneten ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum von 11,3 %. Obwohl nur 2 % der Verordnungen auf Spezialpräparate fallen, machen sie mehr als ein Fünftel der Arzneimittelausgaben aus. Dabei handelt es sich um hochinnovative Arzneimittel, die eine neue Hoffnung für schwer kranke Menschen sind.

Mit dem GKV-Wirtschaftlichkeitsstärkungsgesetz wurden auch für diese Bereiche Maßnahmen ergriffen, die einerseits das Ziel verfolgen, neue, innovative Arzneimittel für schwere Erkrankungen all jenen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Gleichzeitig helfen Instrumente wie die Kosten-Nutzen-Bewertung oder das sogenannte Zweitmeinungsverfahren, echte Innovationen von Scheininnovationen zu unterscheiden und gleichzeitig die Sicherheit der Arzneimitteltherapie zu verbessern.

Ulla Schmidt: "Wir wollen eine gute, innovative und sichere Arzneimitteltherapie. Unser Gesundheitswesen zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Versicherten einen unmittelbaren Zugang zu Innovationen haben. Wir wollen den Pharmastandort stärken. Um das auch in Zukunft uneingeschränkt zu gewährleisten, müssen sich alle Beteiligten verantwortlich verhalten. Denn nur dann kann die Grundlage dafür - die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung - erhalten bleiben."

Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports sind Prof. Dr. Ulrich Schwabe und Dr. Dieter Paffrath. Der Report erscheint bei Springer, Berlin, Heidelberg, ISBN 978-3-540-72547-3.

zuletzt bearbeitet: 16.10.2007 nach oben

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