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Bauchfett fördert Entzündungen, Diabetes, Arteriosklerose

31. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, 18. Jahrestagung der Arbeitsgruppe Herzschrittmacher und Arrhythmie; Köln

Bauchfett ("viszerales Fett") spielt offenbar eine ursächliche Rolle in der Entstehung von Diabetes ("Zuckerkrankheit") und Arteriosklerose, indem es entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzt. "Die Entzündung gilt als gemeinsame Grundlage für beide Erkrankungen", berichtete Prof. Dr. Nikolaus Marx (Universität Ulm) auf der 31. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der 18. Jahrestagung der Arbeitsgruppe Herzschrittmacher und Arrhythmie in Köln.

"Sowohl der Typ-2-Diabetes mellitus als auch die Arteriosklerose weisen Zeichen einer systemisch entzündlichen Erkrankung auf. Noch vor dem eigentlichen Auftreten der Erkrankung finden sich erhöhte Spiegel von Entzündungs-Markern im Serum", erklärt Prof. Marx. So fanden sich erhöhte Blutplasma-Spiegel der Entzündungsmarker CRP, Serum Amyloid A und Fibrinogen bei Patienten mit Insulinresistenz und gestörter Glukosetoleranz, also Vorstufen von Diabetes mellitus Typ 2. Darüber hinaus wirken manche entzündungsfördernden Botenstoffe direkt auf die Gefäßwand und führen unter anderem zur Störung der Funktion der Innenschicht der Blutgefäße ("Endothel"), was wiederum die Entstehung arteriosklerotischer Schädigungen fördert.

"Interessanterweise führen Interventionen wie körperliche Aktivität oder eine Therapie mit Glitazonen, die eine Verringerung des viszeralen Fettgewebes bewirken und die Insulinresistenz reduzieren, zu einer Verminderung der Spiegel dieser entzündlichen Risikomarker", so Prof. Marx. Für andere Substanzen wie Cholesterin-Senker vom Typ der Statine oder die Blutdruck-senkenden ACE-Hemmer konnte gezeigt werden, dass sie das Neuauftreten des Typ-2-Diabetes reduzieren: "Ein Teil dieser Effekte könnte auf die bekannten anti-entzündlichen Wirkungen dieser Medikamente zurückzuführen sein", meint der Experte.

Schlussfolgerung: Nicht nur die eigenen Aktivitäten, auch gezielte Medikamente können zur Prognose-Verbesserung beitragen.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 06.10.2007 nach oben

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