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Kardiologen schlagen Alarm:

Risikofaktoren bei Herzkranken nehmen trotz verbesserter Medikamente dramatisch zu

Ein insgesamt schlechtes Zeugnis stellen Herzspezialisten der Qualität der Vorbeugung und des Lebensstil-Managements europäischer Herz-Patienten aus. Nachdem im Rahmen der Untersuchungen EUROASPIRE I, II und III 8547 Patienten mit Erkrankungen der Herzkranz-Gefäße aus 8 europäischen Ländern über 12 Jahre untersucht und befragt wurden, waren die Ergebnisse alles andere als ermutigend.

Die Häufigkeit des Rauchens hatte sich über die Jahre nicht verbessert, rund ein Fünftel der Patienten konnte nicht von der Zigarette lassen. Das Körpergewicht nahm im Durchschnitt zwischen der 1. und der 3. Untersuchung um 4,9 Kilogramm zu, und zuletzt waren 4 von 5 Patienten übergewichtig und mehr als ein Drittel fettleibig. Auch der Bauchumfang hatte sich im Durchschnitt vergrößert, mehr als jeder zweite Patient hatte zu viel Bauchfett.

"Diese ungünstigen Trends spiegeln die Trends in der Bevölkerung wider und tragen zu einer Verschlechterung anderer Risikofaktoren wie überhöhtem Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes bei", bilanziert Professor David Wood (National Heart & Lung Institute, London) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC), auf dem derzeit in Wien mehr als 25.000 Herzspezialisten zusammentreffen.

Das Management überhöhter Blutdruckwerte war ausgesprochen alarmierend, kritisieren die Studienautoren: Jeder zweite Patient hatte Blutdruckwerte über den bisher empfohlenen Richtwerten (< 140/90 Millimeter Quecksilbersäule, <130/80 bei Diabetes), und deshalb ein erhöhtes Risiko. Die therapeutische Kontrolle des Blutdrucks hatte sich über die 12 Jahre nicht verbessert.

Der Anteil der Patienten mit Diabetes hatte von 17 auf 28 Prozent zugenommen. "Es ist sehr alarmierend dass 15 Prozent der restlichen Patienten einen unentdeckten Diabetes hat, insgesamt sind also 43 Prozent betroffen", sagt Prof. Wood.

Gute Fortschritte gab es hingegen in der Behandlung ungünstiger Blutfettwerte, vor 12 Jahren hatten 18 Prozent der Patienten die Zielwerte erreicht, zuletzt waren es 87 Prozent - dank der Medikamente vom Typ der Statine.

"Patienten benötigen professionelle Unterstützung, um ihren Lebensstil zu ändern und um ihre Risikofaktoren wirksam zu managen. Ihnen einfach ein Rezept in die Hand zu drücken, genügt nicht", sagt Prof. Wood. "Patienten müssen die Art ihrer Krankheit verstehen und wie sie diese Krankheit durch einen geeigneten Lebensstil und entsprechende Medikamente managen können. Das kann nur durch umfassende Präventions- und Rehabilitationsprogramme geschehen, wie sie etwa in der 'Europäischen Charta für Herzgesundheit' vorgesehen sind."

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 03.09.2007 nach oben

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Dr. phil. Axel Hirsch

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