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Kardiovaskuläre Prävention früh beginnen

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. med. Andreas Fritsche im Rahmen der 42. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Hamburg.

Forschungsprojekt zeigt schon bei Prädiabetikern gestörte Gefäßfunktion

Prof. Dr. Andreas Fritsche Übergewicht, Diabetes mellitus und kardiovaskuläre Erkrankungen zeigen einen engen Zusammenhang. Nicht jede Form von Übergewicht führt zu Diabetes- und Gefäßkomplikationen. Insbesondere die Fettspeicher um die inneren Organe (das so genannte Bauchfett oder viszerale Fett) ist mit erhöhten Blutzuckerwerten, Blutfettwerten und Entzündungsparametern verbunden. Dies alles zusammen führt zu einer eingeschränkten Gefäßfunktion und erhöhtem Herzinfarktrisiko.

Die Prävention des Diabetes mellitus Typ 2 und seiner Gefäßkomplikationen ist Thema eines mehrjährigen Forschungsprojektes an der Universität Tübingen, an dem über 400 Personen teilnehmen. Es zeigt sich, dass die mit Übergewicht assoziierte Insulinresistenz schon bei Prädiabetikern eine gestörte Gefäßfunktion verursacht. Ein erhöhter Anteil an viszeralem Fett und Leberfett geht bei dieser Personengruppe schon mit einem erhöhten Durchmesser der inneren Gefäßschicht (Intima Media Dicke) einher. Diese gilt als Frühzeichen einer drohenden Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Als Mediatoren dieser Gefäßschädigung können eine Reihe von Hormonen und Entzündungsbotenstoffen identifiziert werden, die im Fettgewebe und in der Leber produziert werden.

Unterziehen sich die Studienteilnehmer einem Lebensstilinterventionsprogramm mit Ernährungsumstellung und Steigerung der körperlichen Bewegung, so verbessert sich die Insulinresistenz, die Fettspeicherung im Bauchraum und in der Leber wird stark reduziert, und die Gefäßparameter werden verbessert.

In der Zukunft müssen gezielte Präventionsprogramme entwickelt werden, die insbesondere die für Gefäßerkrankungen ursächlichen Fettgewebsdepots reduzieren. Dadurch wird eine Verbesserung des Blutzuckers, der Blutfette, der Insulinwirkung und damit der Gefäßfunktion bewirkt.

Bildunterschrift: Prof. Dr. med. Andreas Fritsche, Oberarzt der Abteilung IV der Inneren Medizin des Universitätsklinikums Tübingen.
Bildquelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 18.05.2007 nach oben

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