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Typ-1-Diabetes durch Stammzellen rückgängig gemacht

Pressemitteilung: pressetext austria

Behandlung mit Stammzellen könnte Durchbruch bedeuten

Wissenschaftler der Universidade de Sao Paulo haben eine Transfusion von körpereigenen Stammzellen eingesetzt, um Typ-1-Diabetes rückgängig zu machen. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, benötigen regelmäßig Insulin. Nach der Behandlung mit den Stammzellen sollen 14 von 15 neu diagnostizierten jungen Menschen teilweise jahrelang keine Injektionen mehr benötigt haben. Experten wie Iain Frame von Diabetes UK warnten jedoch, dass die im Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie vorläufige und nicht schlüssige Ergebnisse aufweise.

Typ-1-Diabetes wird vom Immunsystem des Patienten verursacht, das die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Forscher verabreichten den Patienten starke Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems, damit sollte eine weitere Zerstörung der Zellen verhindert werden. In der Folge erhielten die Patienten eine Transfusion mit Stammzellen aus ihrem eigenen Blut. Manche Patienten reagierten rascher auf die Behandlung als andere. Die Dauer der Wirkung erwies sich ebenfalls als unterschiedlich. Ein Patient kam 35 Monate lang ohne Insulin aus, vier weitere zumindest 21 Monate. Zwei Patienten, die erst spät auf die Behandlung ansprachen, brauchten ein bzw. vier Monate keine Injektion.

Frühere Studien legten laut BBC nahe, dass die Behandlung mit Stammzellen ein vielversprechender Ansatz sein könnte. Es wird angenommen, dass die Stammzellen neue Immunzellen geschaffen haben, die die Bauchspeicheldrüse nicht angreifen und so helfen, die noch verbliebenen Insulin produzierenden Zellen zu schützen. Es ist ebenso denkbar, dass sich neue Insulin produzierende Beta-Zellen gebildet haben. Eine dritte Möglichkeit ist, dass die Behandlung einen bisher unbekannten Mechanismus ausgelöst hat, der verhinderte, dass die vorhandenen Beta-Zellen zerstört wurden. Es besteht die Möglichkeit, dass die Behandlung mit Stammzellen eine große Bedeutung erlangen könnte. Die Studie war jedoch klein und begleitete die Patienten nicht sehr lang. Zusätzlich fand kein Vergleich der Ergebnisse mit ähnlichen Patienten statt, die mit einem alternativen Ansatz oder gar nicht behandelt wurden.

zuletzt bearbeitet: 11.04.2007 nach oben

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