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Hyperurikämie im Zusammenhang mit Bluthochdruck

Wissenschaft aktuell

Laut aktuellen Berichten besteht ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung Hyperurikämie und dem Auftreten von Bluthochdruck. Dabei spielt vor allem der hohe Harnsäurespiegel eine entscheidende Rolle.

Aufgrund der schmerzhaften Gichtanfälle ist die Hyperurikämie bereits seit Jahrtausenden als Erkrankung bekannt. Sie tritt hauptsächlich in westlichen Industrieländern auf. Obwohl diese zu den angeborenen Stoffwechselstörungen zählt, bei der die Harnsäureausscheidung über die Niere vermindert ist, stellt sich Gicht vorwiegend aufgrund von Lebensstilfaktoren, wie beispielsweise der Ernährung, ein.

So verstoffwechselt der Körper mit der Nahrung aufgenommene Purine zu Harnsäure. Beim gesunden Menschen liegt die Harnsäurekonzentration in der Regel zwischen zwei und sieben Milligramm pro Deziliter. Ab einer Konzentration von mehr als 6,5 Milligramm pro Deziliter im Serum ist die Löslichkeitsgrenze erreicht und es besteht die Gefahr einer Harnsäureausfällung. Die auskristallisierende Harnsäure lagert sich in Form von Natriumurat vor allem in Gelenkkapseln und -knorpeln ab und führt so zu schmerzhaften Gichtanfällen.

Studien berichten, dass Hyperurikämie nicht nur Gichtanfälle auslöst, sondern dass es sich bei dieser Stoffwechselstörung um eine schwere Allgemeinerkrankung handelt. Diese ist häufig mit anderen Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes mellitus verbunden.[1]

Aktuelle Untersuchungen zeigten nun, dass der Harnsäurespiegel auch im Zusammenhang mit Bluthochdruck steht.[2] Es ließ sich in Studien an Kindern mit essentieller Hypertonie beobachten, dass deren Harnsäurewerte meist bei über 5,5 Milligramm pro Deziliter im Serum lagen. Wie von den Forschern vermutet, liegt der Grund hierfür in einer verstärkten Aktivierung des Renin-Angiotensin-Systems durch die Harnsäure.[3] Das bei diesem Vorgang gebildete Angiotensin II wirkt gefäßverengend und steigert auf diese Weise den Blutdruck. Daher steht die Möglichkeit, der Hypertonie durch eine Kontrolle des Harnsäurespiegels vorzubeugen, derzeit im Fokus der Wissenschaft.[3,4]

Zur Vermeidung erhöhter Harnsäurespiegel ist in erster Linie der Verzehr von Purinen sowohl zur Prävention als auch für die Behandlung der Gicht von Bedeutung. Eine hyperkalorische Ernährungsweise, die einen hohen Verzehr tierischer Lebensmittel sowie Alkoholkonsum beinhaltet, kann die Hyperurikämie auslösen.

Gichterkrankte sollten die Aufnahme purinreicher Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Innereien vermeiden. Durch Umstellen der Eiweißzufuhr auf Milch, Milchprodukte und Eier lässt sich eine erhebliche Reduktion der Purinaufnahme erreichen. Aber auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Nüssen, Hülsenfrüchten oder Spinat, Spargel und Blumenkohl finden sich hohe Puringehalte. Diese sind wie der besonders hohe Gehalt im Bier und Alkohol bei einer Kostumstellung zu berücksichtigen.

Im Falle von übergewichtigen Patienten führt häufig schon eine Gewichtsabnahme zu einer Erniedrigung der Harnsäurekonzentration. Eine Reduzierung des Gewichts wirkt sich gleichzeitig positiv auf einen möglichen Bluthochdruck aus. Daher reicht die Umstellung zu einer hypokalorischen Ernährung oft in jeglicher Hinsicht als Therapie aus.

Literatur

  1. Feig, DI; Mazzali, M; Kang, DH et al: Serum uric acid: arisk factor and a target for treatment? J Am Soc Nephrol. 2006 Apr; 17(4): 69-73
  2. Feig DI, et al: Uric acid and hypertension, Curr Hypertens Rep. 2006 May; 8(2): 111-115
  3. Kang DH, Nakawaga T, Feng L, et al: A role for uric acid in the progression of renal disease, J Am Soc Nephrol. 2002 Dec; 13(12):2888-2897
  4. Johnson RJ: The role of uric acid in pediatric hypertension, J Ren Nutr. 2007 Jan; 17(1): 79-83

zuletzt bearbeitet: 21.03.2007 nach oben

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