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UN-Resolution krönt bedeutsames Jahr für die Diabeteswelt

Resolution einmalig für nicht-infektiöse Erkrankungen

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen genehmigte heute eine bedeutende Resolution, die die weltweite Bedrohung der Diabetes-Epidemie anerkennt. Erstmalig haben Regierungen zur Kenntnis genommen, dass eine nicht infektiöse Erkrankung eine ebenso ernsthafte Bedrohung der Weltgesundheit darstellt wie infektiöse Erkrankungen, z. B. HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Die International Diabetes Federation (IDF) leitet die Initiative "Unite for Diabetes", die die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Ernsthaftigkeit von Diabetes lenken soll und zu Handlungen im Kampf gegen die Epidemie aufruft. Die Initiative strebte seit ihrem Start eine UN-Resolution an.

Professor Martin Silink, IDF President und Chair der Initiative, erläuterte die Bedeutung der Resolution: "Heute wurde eine wichtige Schlacht im Kampf gegen Diabetes gewonnen. Die Bedeutung ist gewaltig. Sie wird die Welt des Diabetes inspirieren, beleben und ermächtigen. Die Menschen sagten, es sei nicht möglich, aber nur sechs Monate seit Beginn der Initiative haben wir unser erstes Ziel erreicht. Jetzt wird es darum gehen, die Regierungen weltweit zur Entwicklung nationaler Richtlinien für die Verbesserung der Diabetes-Versorgung und -Prävention aufzufordern und dabei zu helfen. Ich könnte mir für die Millionen von Diabetes betroffenen Familien kein besseres Geschenk vorstellen."

Die Initiative "Unite for Diabetes" hat die bisher größte Diabetes-Koalition zusammengebracht, darunter Patienteneinrichtungen aus über 150 Ländern, die meisten wissenschaftlichen und professionellen Diabetes-Vereinigungen, viele Wohltätigkeitsvereine, Dienstleistungsorganisationen und die Branche.

Die Volksrepublik Bangladesch leitete das diplomatische Verfahren, das zur Genehmigung der Resolution führte. Die Resolution wurde von G77 (Koalition von 133 Entwicklungs- und Übergangsländern der UN, geleitet von der Republik Südafrika) angenommen. Die starke Befürwortung der Resolution durch die Mehrzahl der Stimmen überzeugte die Industrienationen, die Resolution zu unterstützen.

Die Resolution kennzeichnet den Welt-Diabetes-Tag am 14. November als einen ab 2007 jährlich wahrzunehmenden UN-Tag. Sie ruft alle UN-Mitgliedsstaaten zur Wahrnehmung des Tages auf und bittet alle Nationen um die Entwicklung nationaler Richtlinien zur Präventionen, Behandlung und Versorgung von Diabetes.

Diabetes ist eine viel ignorierte, jedoch tödliche Krankheit, die für den Tod von fast 4 Mio. Menschen im Jahr verantwortlich ist. Die Krankheit ist der Hauptverursacher von Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Nierenversagen und Amputation. Die weltweite Diabetes-Gemeinschaft kam kürzlich in Kapstadt, Südafrika, zu ihrem alle drei Jahre stattfindenden Welt-Diabetes-Kongress zusammen. Die bei der äußerst erfolgreichen Veranstaltung veröffentlichten Daten zeigen das schwerwiegende Ausmaß der Epidemie und unterstreichen die Erfordernis sofortiger Handlungen. Bis zum Jahr 2025 werden über 380 Mio. Menschen mit Diabetes leben, wenn keine einschneidenden Maßnahmen ergriffen werden. Ein Großteil der erkrankten Menschen, über 300 Mio., wird in Entwicklungsländern leben.

"Wenn nichts geschieht, werden es erneut die Entwicklungsländer sein, die die Hauptlast der Erkrankung für die Welt tragen werden," sagte Jean-Claude Mbanya, IDF President-Elect. "Die Regierungen weltweit müssen zusammen mit der Diabetes-Gemeinschaft und der Gesellschaft das Problem angehen. Menschen mit Diabetes müssen Teil der Lösung sein. Wir hoffen, dass die Diabetes-Epidemie aufgrund der Anerkennung durch die Vereinten Nationen nun aus dem Schatten auftauchen kann."

Weitere Informationen über die Initiative "Unite for Diabetes" finden Sie unter www.unitefordiabetes.org.

zuletzt bearbeitet: 21.12.2006 nach oben

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