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Gesund essen - gesund bleiben!

Pressemitteilung: Bayer Vital GmbH

Prävention auf der Speisekarte

Die Übergewichtsepidemie

Übergewicht und Bewegungsmangel gelten aus gesundheitlicher Sicht als die zentralen Probleme des 21. Jahrhunderts. Über zwei Drittel der Erwachsenen sind übergewichtig, ein Fünftel gar fettsüchtig. Wer deutlich zu viele Pfunde mit sich herumschleppt, für den besteht auf Dauer ein massiv erhöhtes Risiko, an weiteren Erkrankungen des "metabolischen Syndroms" - also Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Gicht - zu erkranken. Dies gilt umso mehr, wenn das Körperfett im Bauchraum konzentriert ist (sogenannte abdominelle Adipositas), wie zahlreiche Studien nachweisen konnten.

Die Diabeteslawine

Aktuellen Erhebungen zufolge gibt es in Deutschland bereits heute über 6 Millionen Diabetiker. Rechnet man die "Dunkelziffer" bislang nicht diagnostizierter Erkrankungen hinzu, steigt diese Zahl auf über 7 Millionen, im Jahr 2010 sollen bereits 10 Millionen Menschen betroffen sein. Über 90 % aller Fälle beziehen sich auf Übergewichtsdiabetes, sogenannten Typ 2 b, sind also durch einen ungesunden Lebensstil bedingt und wären damit vermeidbar gewesen.

Der Tod durch Gefäßverschluss führt seit einem Vierteljahrhundert mit 51 % aller Sterbefälle in Deutschland unangefochten die Sterbestatistiken an. Herzinfarkt und Schlaganfall sind des Deutschen Ende, bei Frauen zwischen 69 und 79 Jahren unerwarteter Weise 10 mal häufiger als bei Männern und 10 mal häufiger als der so gefürchtete Krebs! Bei Diabetikern verkürzen Aderverstopfungen die Lebenserwartung um 5 bis 12 Jahre - umso vorzeitiger, je früher diese Übergewichtskrankheit einsetzt. Mittlerweile tritt Typ-2-Diabetes bereits bei 5- bis 10-Jährigen auf mit stark erhöhten Insulinspiegeln - das ist der Unterschied zu Typ-1-Diabetes mit Insulinmangel durch Entzündungszerstörung der Bauchspeicheldrüse.

Fatal und bisher weitgehend ignoriert sind Forschungsergebnisse, die zeigen, dass das Hormon Insulin auch besonders gut Krebszellen ernährt, was zu einem Anstieg um 40 bis 100 % von Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Prostatakrebs bei Übergewichtigen und besonders bei Diabetikern führt (beides Zustände mit chronischer Hyperinsulinämie).

Dass die Last der schweren Leiber und der ungenutzte Rückenmuskel bei 20 Millionen Deutschen Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden und rheumatische Schmerzen auslösen, ist überhaupt nicht verwunderlich. Ernüchternd ist nur ein weitgehendes Versagen der Hightech-Medizin, in der Milliarden ineffektiv ausgegeben werden für Herzkatheter, riskante Stents, Insulintherapien und aggressive Chemotherapien. Viel besser wäre es, diese Diagnosen gar nicht erst zu bekommen. Aber wie, wenn uns die neueste Europa-Studie EPIC mitteilt, dass mediterrane Diät deutschen Gefäßen gar nicht gut tut und Obst und Gemüse vor Krebs nicht schützen?

Ein neues Denken ist nötig. Ein völlig neuer Denkansatz führt möglicherweise zur Lösung.

Die Insulinfalle oder Warum Abnehmen so schwer ist

Ausgangspunkt der Überlegungen ist das gesicherte Wissen um das "Dickmacher-hormon" Insulin mit seiner Wirkung auf Muskel-, Leber- und Fettzellen. So sorgt ein überhöhter Insulinspiegel dafür, dass die Muskelzellen nach und nach ihre Aufnahmefähigkeit für angelieferte Energiesubstrate verlieren. Dies ist ein sinnvoller Selbstschutz der Zelle vor einer Zerstörung durch Überzuckerung. Ein falscher Mahlzeiten-Mix kann das Insulin massiv überstimulieren. Überschüssige Energie wird dann vermehrt in die Fettdepots entsorgt, die über Stunden verschlossen bleiben und so auf Dauer regelrecht gemästet werden. Neben einer "Insulinresistenz" droht zusätzlich eine innere Verfettung der Muskelzellen, wie neueste Studien zeigen.

Entscheidend: die nächtliche Fettverbrennung durch das Wachstumshormon

Das Verständnis des Insulinprinzips ist besonders wichtig für die nächtliche Fettverbrennung. Während im Tagesverlauf der Energiestoffwechsel zum Großteil über die Zuckerverbrennung gedeckt wird, erhöht sich der Anteil der Fettverbrennung in der Nacht auf ca. 75 %. Das aber nur, wenn im Tagesverlauf die richtigen Voraussetzungen für diese nächtlichen Fettverbrennungsprozesse geschaffen wurden, also über Nacht kein hemmender Insulineinfluss vorliegt. Die nächtliche Fettverbrennung unterstützt man einerseits durch eine proteinbetonte, kohlenhydratfreie Abendmahlzeit (z. B. Salat mit Putenbrust), andererseits durch leichtes abendliches Training. Während des Schlafens sorgt das Wachstumshormon für Reparatur- und Aufbauprozesse. Die erforderliche Energie wiederum wird vorzugsweise über den Fettstoffwechsel gedeckt.

Fazit: Wer mit der Abendmahlzeit eine vermehrte Insulinausschüttung vermeidet und zusätzlich (vor oder nach dem Abendessen) noch trainiert, steigert seine nächtliche Fettverbrennung. Im umgekehrten Fall kommt es zu einer Hemmung der Fettverbrennung und zur Fettspeicherung. Morgens wiederum benötigt der Körper große Mengen Kohlenhydrate (Zucker und Stärke), also 3 bis 4 Scheiben Brot oder 10 bis 12 Esslöffel Müsli. Optimierend zum Einsparen von Insulin ist es dabei, tierisches Eiweiß wie Käse, Wurst, Quark etc. wegzulassen und dafür Marmelade, Honig und Saft im Müsli zu verwenden. Zur Mittagszeit entwickelt die Muskelmasse eine hohe Insulinempfindlichkeit und nimmt nun jederlei Mischkost bereitwillig auf: Es darf alles gegessen werden, wenn das Fett 50 g nicht überschreitet.

Essen und Bewegen im natürlichen Biorhythmus

Sowohl die Ernährung als auch die Bewegung wird auf den sogenannten zirkadianen Rhythmus (= physiologischer 24-Stunden-Biorhythmus) abgestimmt. Im Falle der Ernährung erfolgt dies - wie oben ausgeführt - durch die Anwendung des Insulin-Trennkost-Prinzip.

zuletzt bearbeitet: 28.11.2006 nach oben

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