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IQWiG-Anhörung zu kurz wirksamen Insulinanaloga bei Typ-1-Diabetes verdeutlicht Mängel im Verfahren

Pressemitteilung: Novo Nordisk Pharma GmbH

Anhörung offenbar nur Rechtfertigung für vermeintliche Transparenz

Auf Einladung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sollte am 16.11.2006 die Anhörung zu kurz wirksamen Insulinanaloga bei Typ-1-Diabetes mellitus stattfinden. Bereits zu Anfang der Veranstaltung kam es zum Eklat, weil der Hausherr des IQWiG, Peter Sawicki, einen Mitschnitt der Anhörung selbst durch die geladenen Patientenvertreter nicht zuließ. Die Vertreter von Novo Nordisk Pharma GmbH, der weiteren unmittelbar betroffenen Unternehmen sowie des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) und des Deutschen Diabetiker Bundes haben sich daraufhin entschlossen, nicht mehr an der Anhörung teilzunehmen.

"Das Verhalten des IQWiG verdeutlicht die Intransparenz und die Mängel des Verfahrens der Nutzenbewertung durch das Institut", so Dr. Willi Schnorpfeil, Director Health Policy & Health Economy bei Novo Nordisk. Während das IQWiG selbst eine Aufzeichnung der Anhörung zur Bedingung macht, wird den Teilnehmern der Anhörung dieses verwehrt. Stattdessen wird der Öffentlichkeit nur ein durch das IQWiG erstelltes Protokoll mit Auszügen der Anhörung angeboten.

Brüskes Verhalten des IQWIG mindert die Qualität der Anhörung

Bereits im Vorfeld der Anhörung fiel auf, dass weder die Agenda noch die Fragen selbst bekannt gegeben worden sind. Dies ist bedauerlich, da Novo Nordisk ausgewiesene Kenner der Studienlage als Teilnehmer entsendet hatte, um offene Fragen kompetent zu beantworten. Es ist auch nicht klar, wer in Bezug auf das laufende Verfahren der Nutzenbewertung zu kurz wirksamen Insulinanaloga bei Typ-1-Diabetes Stellungnahmen eingereicht hat bzw. wer warum zur Anhörung eingeladen worden ist. "Um inhaltliche Fragen sachgerecht diskutieren und klären zu können, wäre eine Information durch das IQWiG als Grundlage der Anhörung sicher Ziel führend gewesen. Die gewählte Vorgehensweise ermöglicht im Grunde keinen Diskurs, sondern dient eher als Rechtfertigung für vermeintliche Transparenz und Öffentlichkeit", meint Schnorpfeil.

Patientenvertreter und Arzneimittelhersteller sollten nach Meinung von Experten einer vorab vom IQWIG inszenierten Anhörung beiwohnen

Das IQWiG hat bereits einen Endbericht zu kurz wirksamen Insulinanaloga bei der Indikation Typ-2-Diabetes erstellt, der als Grundlage eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses zu einer Änderung der Arzneimittelrichtlinien geführt hat. Schon in diesem ersten Verfahren hat Novo Nordisk im Rahmen seiner Stellungnahmen Kritik an der Methodik und Vorgehensweise des IQWiG geäußert. Der Verlauf der heutigen Anhörung hat gezeigt, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Betroffenen und Interessenvertretern nicht angestrebt wird.

Im Hinblick auf die hohe Zahl der Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung, deren Versorgung mit modernen Insulinen durch die restriktive Form der Nutzenbewertung des IQWiG gefährdet wird, wäre ein an internationalen Standards orientiertes Verfahren unbedingt erforderlich.

Eine ausführliche Stellungnahme zu den Schwachpunkten des IQWIG-Vorberichts zu kurz wirksamen Insulinanaloga bei Typ-1-Diabetes ist auf der Internetseite www.novonordisk.de nachzulesen.

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zuletzt bearbeitet: 17.11.2006 nach oben

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