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Eklat beim IQWiG

In puncto Transparenz muss sich das IQWiG bewegen!

Heute fand die Anhörung zum Vorbericht "Kurzwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1" beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) statt. In der Anhörung kam es zum Eklat. Das IQWiG, das die Anhörung selbst aufzeichnet, untersagte dem Patientenvertreter Prof. Dr. med. Hermann v. Lilienfeld-Toal, dies auch zu tun. Daraufhin verließ der Landesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes Hessen den Saal. Vertreter der Industrie und des VFA schlossen sich an.

Dazu erklärt Dr. Steffen Wahler, Geschäftsführer Gesundheitsökonomie beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA): "In puncto Transparenz muss sich das IQWiG bewegen! Es kann nicht sein, dass ausgerechnet den betroffenen Patienten die Möglichkeit genommen wird, die Anhörung aufzuzeichnen. Nur so können sie kontrollieren, ob ihre Position angemessen im späteren Abschlussbericht wiedergegeben wird."

Schon vor der Anhörung hatte es harsche Kritik gegeben. In seinem Vorbericht hat das IQWiG keinen entscheidenden Vorteil in den Insulinanaloga erblicken können und unterstellt, dass es neben dem traditionellen Humaninsulin keinen Bedarf für Insulinanaloga gebe. Genau dies sehen aber fast alle betroffenen Diabetiker anders und können sich dabei auf das Urteil anerkannter Experten stützen. Sie verweisen darauf, dass der vom Humaninsulin bekannte Spritz-Ess-Abstand (SEA) bei kurzwirksamen Insulinanaloga wegfällt. Auf diese Flexibilität sind insbesondere Berufstätige angewiesen, deren Tagesablauf sich nicht auf starre Spritz-Ess-Abstände ausrichten lässt.

Dr. Steffen Wahler meint dazu: "Die Kritik entzündet sich besonders daran, dass Lebensqualität und Patientenzufriedenheit in den Augen des IQWiG keine relevanten Größen zur Nutzenbewertung sind. Das Raster des IQWiG ist einfach zu eng, wenn von 1.293 publizierten Studien nur 9 Berücksichtigung finden. Auf der Strecke bleiben ausgerechnet die Studien, die auf das Patientenwohl abheben. Das wurde vom VFA und Patientenverbänden immer wieder kritisiert."

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 16.11.2006 nach oben

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