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"Insulin macht schlau - Analoga machen schlauer"

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

DDG-Symposium von Novo Nordisk unterstreicht: Analoga können einfach mehr als Humaninsulin

"Insulin-Analoga können einfach mehr", zu diesem Ergebnis kamen international anerkannte Experten anlässlich des DDG-Symposiums von Novo Nordisk in Leipzig. Nach wie vor gilt: Analoga imitieren das physiologische Sekretionsmuster besser und vermeiden wirkungsvoller Blutzuckerspitzen nach dem Essen und Langzeitfolgen des Diabetes.

Für den Diskussionleiter Dr. Lüddeke aus München sind diese Vorteile überzeugende Belege für den Einsatz der Analoga: Die Annäherung an die körpereigene Insulinwirkung sei stets das Vorbild für die optimierte Insulin-Therapie gewesen und die Entwicklung der Insulin-Analoga sei die Umsetzung dieser Forderung, so das Plädoyer von Lüddeke.

Den positiven Gewichtseffekt des langwirksamen Analogons Insulindetemir verdeutlichte Prof. Dr. Häring aus Tübingen. Vermutlich sind die Albuminbindung und dadurch bedingte höhere Insulinspiegel im Zentralen Nervensystem (ZNS) für diesen günstigen Effekt zuständig: „Die Stimulation von Insulin-Rezeptoren im Gehirn führt zu einer Gewichtsabnahme. Aufgrund seiner besonderen pharmakologischen Eigenschaften könnte Insulindetemir eine verstärkte Wirkung im ZNS aufweisen. Zusätzlich weisen neue Daten auf mögliche Unterschiede in der Hypoglykämie-Wahrnehmung und der -Gegenregulation hin, so Häring.

Zum Einfluss kurzwirksamer Analoga auf die kognitiven Fähigkeiten referierte Prof. Dr. Kern aus Lübeck. Hohe Insulinspiegel im Gehirn steigern die Gedächtnisleistung. Der Effekt tritt unter Analoga gegenüber Humaninsulin deutlich verstärkt auf und zwar unabhängig von Geschlecht und Gewicht der behandelten Test-Patienten.

"Insulin im Gehirn verbessert das Gedächtnis bei Männern und Frauen, normal- und übergewichtigen Personen als auch Alzheimer-Patienten. Eine Verringerung der Insulinresistenz geht Hand in Hand mit einer Verbesserung der Gedächtnisleistung, wobei Insulinaspart das Gedächtnis signifikant stärker verbessert als Humaninsulin" fasst Kern seinen Vortrag zusammen. "Pointiert formuliert: Insulin macht schlau, aber Analoga machen schlauer."

Prof. Dr. Forst schilderte in seinem Vortrag den Einfluss der Proinsulin-Ausschüttung auf das Herz-Kreislauf-Risiko von Patienten mit Diabetes nach der einfachen Formel: Pro-Insulin hoch - kardiovaskuläres Risiko hoch: "Eine Störung des Glukosestoffwechsels und der Betazellfunktion sind entscheidend für die Entwicklung kardiovaskulärer Komplikationen und der Proinsulin-Spiegel ist ein guter Indikator hierfür. Neben der Blutzucker-Einstellung muss daher auch eine echte Senkung des kardiovaskulären Risikos Ziel der Behandlung sein. Die prandiale Therapie des Typ-2-Diabetes mit schnell und kurz wirksamen Analoga bietet hier klare Vorteile über die Blutzuckerkontrolle hinaus: Die Sekretionsleistung der Betazelle wird günstig beeinflusst, der Stress auf zellulärer Ebene verringert und hohe Pro-Insulin-Spiegel so nachhaltig gesenkt," fasst Forst zusammen.

Professor Wascher aus Graz präsentierte Ergebnisse zum positiven Einfluss der Analoga auf den Fettstoffwechsel. "Insulinanaloga sind zwar keine Lipidsenker im engeren Sinne, verbessern aber im Vergleich zu Humaninsulin die Lipidtoleranz und zeigen somit für den Lipidstoffwechsel vergleichbare positive Effekte wie im Glukosestoffwechsel. Auch im Lipidstoffwechsel gilt also was im Glukosestoffwechsel gilt: Analoga sind einfach die physiologischeren Humaninsuline, so Wascher.

Viele Vorteile also, für ein Insulin, dass für Diabetes-Patienten künftig wohl immer seltener von ihrer Krankenkasse bezahlt werden wird.

Autor: hu ; zuletzt bearbeitet: 02.06.2006 nach oben

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