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Schwach auf der Brust: Was tun bei Herzmuskelschwäche?

Unterschätzte Ursache: Viren und ihre Folgen

Symposium "Kardiomyopathien" im Herz-Kreislauf-Zentrum der RUB

Ein schwaches Herz kann viele Gründe haben: Neben den "Klassikern" Bluthochdruck, Herzkranzgefäßverengung und Herzklappenfehler kommen etwa Diabetes, Rheuma und neurologische Erkrankungen in Frage, die Folgen von Virusinfektionen werden unterschätzt. Über die vielen verschiedenen Ursachen der Herzmuskelschwäche und die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie könne sich Ärzte am 10. Juni 2006 (9 bis 13.30 Uhr, Hörsaal I, RUB-Klinikum Bergmannsheil, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum) beim Symposium "Kardiomyopathien" informieren, das das Herz-Kreislaufzentrum der Ruhr-Universität organisiert.

Wenn das Immunsystem über die Stränge schlägt

Eine unterschätzte Ursache für Herzmuskelschwäche sind Virusinfektionen des Herzmuskels, die zum Beispiel nach einer Grippe auftreten können. Auch wenn die eigentliche Krankheit überstanden scheint, leben die Viren im Herzen weiter, ähnlich wie bei Hepatitis B oder C. Es läuft dann eine schleichende Entzündung ab, die den Herzmuskel schwächt.

In manchen Fällen schafft es das körpereigene Immunsystem auch, die Erreger zu beseitigen, greift aber dann auch Herzmuskelzellen an, die bestimmte Ähnlichkeiten mit den Viren aufweisen. "Das ist nicht so selten wie bisher angenommen", erklärt Dr. Turgut Brodherr von der Kardiologie im Bergmannsheil. "Wir schätzen, dass bei rund 15 Prozent aller Patienten mit Herzmuskelschwäche Viren die Auslöser sind."

Die Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Herzen schafft Klarheit, ob noch Viren da sind oder ob das Immunsystem über die Stränge schlägt. Für die Behandlung kommen dann Medikamente zur Virusbekämpfung in Frage oder solche, die die unerwünschte Immunreaktion unterdrücken. Auch eine spezielle Blutwäsche kann helfen.

Neurologische Erkrankungen: Muskel ist Muskel

Neue Forschungsansätze untersuchen die Zusammenhänge zwischen neurologischen Krankheiten wie Muskeldystrophie und Herzmuskelschwäche. "In diesem Fall gilt: Muskel ist Muskel", erklärt Dr. Brodherr. Da es sich um eine genetische Erkrankung handelt, stellt sich hier die Frage nach der Gendiagnostik: Bedingen unterschiedliche Gendefekte auch unterschiedliche Krankheitsverläufe am Herzen? Wer ist ein Hochrisikopatient, der frühzeitig und engmaschig kardiologisch untersucht werden muss? Was bedeutet die Erkrankung für Familien? Wann und worauf sollen sich Familienmitglieder untersuchen lassen?

Diabetes und Herzschwäche

Auch andere Systemerkrankungen können zu Herzmuskelschwäche führen, etwa Rheuma und Diabetes. Beim Diabetes kommt es im Gegensatz zu anderen Formen der Herzmuskelschwäche weniger zu einer Schwächung des aktiven Zusammenziehens des Herzmuskels, sondern vielmehr zu einer gesteigerten Steifigkeit des Herzens: Diese Form der Herzmuskelschwäche stellt besondere Herausforderungen an die behandelnden Ärzte, denn sie ist schwieriger zu erkennen und zu behandeln. Weitere Vorträge behandeln verschiedene Möglichkeiten der Behandlung von schwachen Herzen wie den Einsatz von Defibrillatoren, die Herztransplantation und den Einsatz von Kunstherzen.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 02.06.2006 nach oben

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