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Vor politisch-ökonomischen Entscheidungen Wertefragen klären

Abstract zum Vortrag von Dr. med. Alexander Risse im Rahmen der Pressekonferenz zur 41. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig.

Angesichts der Verknappung finanzieller Ressourcen rücken WERTEFRAGEN in den Vordergrund, die aus dem medizinischen Kontext allein nicht zu klären sind.

Dr. med. Alexander Risse Ethik, Moral, Sitte, Sittlichkeit sind Dimensionen die in den letzten Dekaden aufgrund des vorherrschenden naturwissenschaftlich-reduktionistischen Paradigmas der Medizin und ihrer Fachgesellschaften permanent vernachlässigt wurden. Im Vordergrund standen Fragen der Innovation und der wissenschaftlichen Entdeckungen.

Mit der zunehmenden Verknappung der finanziellen Ressourcen werden aber Fragen der ökonomischen Relevanz medizinischer und wissenschaftlicher Leistungen und damit ihre Finanzierbarkeit immer drängender. Hier stellen sich plötzlich allerwegen WERTEFRAGEN, die aus dem medizinischen Kontext nicht beantwortet werden können.

Eine grundsätzliche BESINNUNG der Medizin, hier der Diabetologie ist somit unvermeidbar. Prof. Kiess hat als vorheriger Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) diese Aufgabe als wesentlich erkannt und ein Hauptsymposium der Jahrestagungen für ETHIK IN DER DIABETOLOGIE bereitgestellt. Zusätzlich finden sich die grundlegenden Ausgangsüberlegungen zu Wertefragen und Fragen der Sittlichkeit im POSITIONSPAPIER DER DDG (abzufragen auf der DDG-Website).

Galt es im Vorjahr zunächst die Grundlagen einer diabetologischen Ethik zu klären, als ethische Propädeutik für Diabetologen, kommen in diesem Jahr Fragen des ethisch-moralisch-ökonomischen Schnittgebietes zur Diskussion. Spätestens seit den konkreten Überlegungen des Gemeinsamen Bundesausschusses, bestimmte Pharmaka aus der Versorgung zu entfernen ist klar, dass VOR derartigen Entscheidungen die WERTEFRAGEN zu klären sind, um nicht in den affektiv hochaufgeladenen Dauerdiskussionen mit mutuellen Beleidigungen zu enden, wie es derzeit der Fall ist. Das Symposium ETHIK versucht, VOR der Detaildiskussion, die Grundlagen auf die jegliche Diskussion gestellt werden kann, zu klären. HIERZU bedarf es wiederum der Philosophen (Vertreter der Neuen Phänomenologie als relevantestes Philosophisches System), des philosophisch erfahrenen Arztes (Prof. Burger, Berlin), sowie der Medizinökonomen.

Bildunterschrift: Dr. med. Alexander Risse, Leitender Oberarzt Abteilung für Angiologie, Diabetologie, Immunologie an den Städtischen Kliniken Dortmund-Nord.
Bildquelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 26.05.2006 nach oben

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