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Will Bundesregierung mittels zweifelhafter Gutachten Diabetikern Insulin vorenthalten?

Institut für Gesundheitsaufklärung (IFGA) befürchtet bewusste politische Leistungsausgrenzung von Diabetiker-Medikamenten

Nach Recherchen des IFGA gibt das Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Empfehlungen über den Nutzen von so genannten Insulin-Analoga an einen Ausschuss, der beratend für die Bundesregierung arbeitet. Im Namen dieses "Gemeinsamen Bundesausschusses" soll das Institut IQWiG Medikamente auf ihren Nutzen und deren Wirtschaftlichkeit überprüfen. Nach Analyse des Instituts sind die modernen Arzneien, so genannte Insulin-Analoga angeblich nicht wirksamer als die veralteten Humaninsuline. Dabei beruft sich das Institut auf fünf Gutachten. Drei von ihnen stammen von dem renommierten Stoffwechsel-Experten Prof. Lutz Heinemann aus Neuss.

Dieser soll sich nach Angaben des IQWiG gegen die modernen Diabetes-Medikamente ausgesprochen haben. Wie jetzt bekannt wurde ist das Gegenteil der Fall! Der namhafte Professor protestiert in einem vertraulichen Brief an den Vorsitzenden des Bundesausschusses gegen die Fehlinterpretation seiner Gutachten. Er hält die modernen und teureren Insulin-Analoga in Wirklichkeit für die flexibleren und unverzichtbaren Medikamente für Diabetiker. Die würden das alltägliche Leben der Kranken erheblich erleichtern.

Im Juni 2006 entscheidet die Bundesregierung darüber, ob die Krankenkassen die teureren Insulin-Analoga weiterhin bezahlen. Das IFGA befürchtet, dass die Kranken aufgrund von falsch interpretierten Gutachten Insulin-Analoga künftig nicht mehr erstattet bekommen. Die Beweisunterlagen der Fehlinterpretation liegen vor und können jederzeit eingesehen werden. Entsprechende Schritte wollen Experten auf dem gerade in Leipzig stattfindenden größten europäischen Diabetes-Kongress (24.-27.5.2006) noch in dieser Woche beraten.

zuletzt bearbeitet: 23.05.2006 nach oben

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