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Stark übergewichtige Jugendliche leben mit hohem Risiko

Pressemitteilung: Bayer Vital GmbH

Neue Kinderkrankheit Altersdiabetes

Blutzucker-Selbstkontrolle ist eine wichtige Therapieergänzung

In immer mehr deutschen Kinderzimmern tickt eine Zeitbombe. Sie heißt Typ-2-Diabetes, früher auch "Alterszucker" genannt, und bedroht vor allem Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht. Experten vermuten, dass in Deutschland bereits rund 5000 Kinder an dem Stoffwechselleiden erkrankt sind - zum Teil ohne davon zu wissen. Nach aktuellen Prognosen ist jährlich mit knapp 200 Neuerkrankungen zu rechnen. Betroffen sind meist Jugendliche, die in der Pubertät stecken. "Es sind jedoch auch einzelne Fälle bekannt, in denen Kinder im Grundschulalter an Typ-2-Diabetes erkrankt sind", erklärt Professor Thomas Danne, Kinderarzt und Diabetologe im Kinderkrankenhaus "Auf der Bult" in Hannover.

Dass Kinder und junge Menschen an Diabetes erkranken, ist nicht neu. So leiden deutschlandweit rund 25.000 Kinder an sogenanntem Typ-1-Diabetes. Diese Krankheit tritt unabhängig von der Lebensweise auf.

Beim Typ-1-Diabetes werden die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch Antikörper sowie noch nicht vollständig erforschte Ursachen zerstört. Insulin ist ein Hormon, das bei Gesunden den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen schleust. Fehlt es, steigt der Blutzuckerspiegel dramatisch an. Patienten, die an Typ-1-Diabetes leiden, müssen daher zeitlebens Insulin spritzen.

Anders ist die Situation beim Typ-2-Diabetes. Auch bei dieser Krankheit ist der Blutzuckerspiegel erhöht, Ursache ist jedoch eine sogenannte Insulinresistenz. Das heißt: Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, die Körperzellen reagieren jedoch zunehmend unempfindlich auf das Hormon. Der Grund ist meist starkes Übergewicht als Folge von Fehlernährung. Das gilt für alle Typ-2-Diabetiker. Bis vor wenigen Jahren war dieser Diabetes-Typ jedoch eine Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betraf. Erst in jüngster Zeit diagnostizieren Ärzte das Stoffwechselleiden auch bei Kindern und Jugendlichen.

Eine alarmierende Entwicklung. "Übergewicht und die daraus resultierenden Folgeerkrankungen stellen derzeit in hoch entwickelten Ländern die größte Gesundheitsbedrohung für Kinder und Jugendliche dar", ist Danne überzeugt. Die Ursachen sind bekannt: Viele Kinder essen regelmäßig zu viel und zu oft, zu fett und zu süß. Hinzu kommt häufig Bewegungsmangel. Anders als ihre Eltern und Großeltern, greifen immer mehr Kinder nur noch zu Fernbedienung oder Computermaus und überlassen die Aktivität ihren virtuellen Helden, statt selber Räuber und Gendarm zu spielen. Liegt dann noch eine genetische Belastung vor, ist es nahezu unausweichlich, dass die Waage mit der Zeit etliche Kilo Übergewicht anzeigt. Höchste Zeit für eine Änderung der Lebensweise, um Folgeerkrankungen wie Diabetes zu verhindern.

Radikalkuren seien allerdings nicht Erfolg versprechend, so Danne "Um langfristige Effekte zu erzielen, ist eine dauerhafte Veränderung des Ess- und Bewegungsverhalten erforderlich", sagt er. Richtig sei eine Strategie der kleinen Schritte. Dazu zähle etwa den Schulweg zu Fuß zurückzulegen statt auf der Rückbank des mütterlichen Autos. Der strikte Verzicht auf Süßigkeiten sei kein geeignetes Mittel. Mehr Erfolg verspreche eine "flexible Kontrolle". Das kann zum Beispiel bedeuten, dass ein Riegel Schokolade einmal in der Woche erlaubt ist. Sehr wichtig sei es auch, dass die ganze Familie an einem Strang ziehe. So sei es sehr hilfreich, wenn die Mahlzeiten gemeinsam zu festen Zeiten eingenommen würden und niemand vor dem Fernseher Süßigkeiten knabbern dürfe.

Betroffenen Eltern empfiehlt Danne zudem den Besuch beim Kinderarzt. Er kann eindeutig ermitteln, ob ein Kind tatsächlich zu dick ist und ob weitere Untersuchungen ratsam sind. Bei derartigen Risiko-Checks berücksichtigen Mediziner neben dem Gewicht auch die Größe und das Alter des Kindes. Die Frage nach der familiären Vorbelastung spielt ebenfalls eine Rolle. "Liegt ein erhöhtes Risiko vor, ist ein Glucosetoleranztest empfehlenswert", sagt Danne. Bei diesem Test trinken die Patienten eine definierte Zuckerlösung. Anschließend werden in bestimmten Zeitabständen mehrere Blutproben entnommen und der Zuckerspiegel gemessen. "Liegt der Wert nach zwei Stunden bei 200 Milligramm pro Deziliter ist der Patient an Diabetes erkrankt", erläutert Danne. Die Messung des Blutzuckerwertes im nüchternen Zustand reiche dagegen nicht aus. "Beim Typ-2-Diabetes kann dieser Wert durchaus im Normalbereich liegen", erklärt der Experte.

Steht die Diagnose tatsächlich fest, ist eine intensive Betreuung der jungen Patienten notwendig. "Dazu gehören neben dem Arzt auch Ernährungsberater, Psychologen und Bewegungstherapeuten", zählt Danne auf. Am besten sei es sich an ein kinderdiabetologisches Zentrum zu wenden. (Eine Liste solcher Zentren ist zu finden unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de.) Dort erhalten junge Patienten die notwendige Unterstützung, um ihre Krankheit auf Dauer in den Griff zu bekommen. "Durch die geeignete Therapie und eine Änderung der Lebensweise können gefährliche Folgererkrankungen wie Gefäßschäden, Erblindung oder Nierenerkrankungen verhindert werden", betont der Fachmann.

Dazu leistet auch die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle einen wesentlichen Beitrag. Denn ein ausgeglichener Blutglucosespiegel ist die Voraussetzung, um Spätschäden zu vermeiden. Dies ist umso wichtiger, je jünger der Patient ist. Mehr noch: "Mit Hilfe der Blutzucker-Selbstkontrolle lernen jugendliche Diabetiker, dass sie durch ihr Verhalten ihre Blutzuckerwerte positiv beeinflussen können und damit die Entwicklung ihres Leidens in der Hand haben", nennt Danne einen weiteren Vorteil.

Doch nur aus exakten und verlässlichen Ergebnissen lassen sich die richtigen Schlüsse ziehen. Mit den Ascensia Blutzuckermessgeräten von Bayer sind auch junge Diabetiker auf der sicheren Seite. Alle Geräte sind leicht zu bedienen. So verfügt zum Beispiel das Gerät Ascensia Breeze über die sogenannte Autodisc mit zehn Teststreifen. Das Ascensia Contour ist so klein und handlich, dass es problemlos in die Jeanstasche passt - es überzeugt gerade Jugendliche außerdem durch sein schickes Design. Alle Ascensia Geräte arbeiten, ohne dass sie von den Anwendern codiert werden müssen. Das bedeutet ein Arbeitsschritt und damit eine Fehlerquelle bei der Messung entfallen.

"Vor allem für jugendliche Typ-2-Diabetiker, die ja noch eine hohe Lebenserwartung haben, ist die regelmäßige Blutzuckerkontrolle von hoher Bedeutung", erklärt Danne. Zum einen, um das Risiko von Spätschäden zu vermeiden. Zum zweiten trage die regelmäßige Messung zu einem positiven Verlauf der Krankheit bei. In günstigen Fällen sei es durchaus möglich, dass auf die Behandlung mit Medikamenten verzichtet werden kann. Eine dauerhafte Heilung gibt es jedoch nicht. Danne: "Wenn die Jugendlichen ihre alten Ess- und Bewegungsgewohnheiten wieder aufnehmen, gerät auch der Insulin- und Zuckerstoffwechsel wieder aus der Balance".

zuletzt bearbeitet: 10.05.2006 nach oben

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