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Diabetesepidemie - Deutschland braucht eine Präventionskultur

Medien unterschätzen existierende gesundheitliche Bedrohung durch Diabetes mellitus

Die Bevölkerung reagiere deutlich auf abstrakte Gefahren, vernachlässige aber gleichzeitig existierende gesundheitliche Bedrohungen "Wir können die Medien und ganze Behörden mit toten Enten, Gänsen und Hühnern beschäftigen. Aber eine Bewusstseinsbildung zu konkreten Gefahren und Beeinträchtigungen findet nicht statt." Der Minister forderte von den Fachleuten "klare und einfache Botschaften" zur Vermeidung von Diabetes, um einen "fundamentalen Mentalitätswandel in der Bevölkerung" zu erwirken.

Gesundheits- und Diabetesexperten warnen eindringlich vor einer Epidemie, die sich durch gezielte persönliche Vorsorge gut bekämpfen ließe. Die Diabetologie-Professoren Hellmut Mehnert und Eberhard Standl (NAFDM – Nationales Aktionsforum Diabetes mellitus) führten mit markanten Zahlen und eindringlichen Appellen durch das Gesundheitsforum der SZ. Als bestes Beispiel persönlicher Gesundheitsvorsorge verwies Horst Seehofer auf die guten Erfahrungen bei der Zahn-Prophylaxe, deren Erfolge zuversichtlich stimmen. Allerdings müssten sinnvolle Anreize für Versicherte geschaffen werden, um deren Motivation zur Änderung ihres Verhaltens - hin zu gesunder Ernährung und mehr Bewegung – zu beflügeln.

Prof. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS), überreichte Verbraucherminister Seehofer vor diesem Hintergrund ein geeignetes Werkzeug: den Bericht über das Forschungsprojekt "Täglich 500 mit dem Schwertfischkonzept - Neue Wege in der Gesundheits-Prävention". Die positiven Ergebnisse dieses von der Diabetes-Stiftung mit dem Wort & Bild Verlag geförderten Projekts zur frühen Prävention zivilisationsbedingter Erkrankungen liegen jetzt vor. Sie finden die Studienberichte (Zusammenfassung und ausführliche Version) unter www.diabetesstiftung.de/studien.html.

Expertise seitens der Stiftung DDS war auf dem Gesundheitsforum vielfältig vertreten: Neben R. Landgraf (zugleich Koordinator der Projektgruppen im NAFDM) die Kuratoren Prof. Hans Hauner (Ernährungsmediziner, Leiter des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München), Prof. Stephan Martin (Stiftung "Chance bei Diabetes" in der DDS und stellv. Direktor der Deutschen Diabetes-Klinik, Düsseldorf), Prof. Jan Schulze (Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Dresden).

zuletzt bearbeitet: 12.04.2006 nach oben

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