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Neue Analysen der ROSSO Studie

Abstract zum Vortrag von Prof Dr. med. Stephan Martin, Deutsche Diabetes-Klinik, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Germany, im Rahmen der "Elmauer Gespräche 2006" - einer Informationsveranstaltung für Fachjournalisten von der Firma Roche Diagnostics.

Blutzuckerselbstmessung bei Diabetes für bessere Therapieergebnisse und mehr Lebensqualität

Der Einfluss einer Selbstmessung der Blutglukose (SMBG) auf die Morbidität und Mortalität bei Patienten mit Typ-2-Diabetes war bisher nicht bekannt. Dieser Zusammenhang wurde erstmals im Rahmen einer deutschen, multizentrischen, retrospektiven (rückschauenden, Anm. d. Red.) Kohortenstudie (ROSSO) untersucht.

Insgesamt wurden 3.268 Patienten aus hausärztlichen und internistischen Praxen bis zum Stichtag Ende 2003 retrospektiv beobachtet. Als Endpunkte wurden die Diabetes-assoziierte Morbidität (ein kombinierter Endpunkt von nicht-tödlichen Ereignissen bestehend aus Myokardinfarkt, Apoplex, Amputation, Erblindung und Hämodialysebehandlung) sowie die Mortalität definiert.

Im mittleren Beobachtungszeitraum von 6,5 Jahren führten 47,2% der Personen mit Typ-2-Diabetes mindestens für 1 Jahr SMBG durch. Ein nicht-tödliches Ereignis wurde bei 293 Patienten (9,0%) beobachtet und 120 Patienten starben (3,7%). Die Gruppe mit SMBG hatte signifikant niedrigere Raten an tödlichen wie auch nicht-tödlichen Ereignissen, die auch in Cox Regressions-Analysen bestätigt werden konnten. Diese Ergebnisse wurden nun in weiteren Analysen bestätigt. Wurden die Patientenkohorte im Hinblick auf die Stoffwechseleinstellung, Körpergewicht oder andere Laborparameter in Quartile aufgeteilt, so konnte der protektive (erwartete) Effekt von SMBG in allen Gruppen nachgewiesen werden.

Der statistische Unterschied in der Langzeitprognose zwischen der SMBG und der nicht SMBG Gruppe zeigte sich auch, wenn nur die mit oralen Antidiabetika behandelte Personen analysiert wurden. Nach Beginn einer SMBG kam es zu einer Verbesserung der diabetischen Stoffwechseleinstellung. Die Personen in der SMBG Gruppe hatten keine intensivere antihypertensive oder lipidsenkende Begleitmedikation. Jedoch konnte nachgewiesen werden, dass bei der SMBG Kohorte die Therapie mit oralen Antidiabetika signifikant häufiger geändert wurde. Dies zeigt, dass sich aus der diagnostischen Maßnahme der SMBG therapeutische Konsequenzen ergeben haben.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der ROSSO Studie, dass SMBG mit einer reduzierten Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Auch bei Patienten mit einer oralen Antidiabetikatherapie hat SMBG einen positiven Einfluss auf die Langzeitprognose.

zuletzt bearbeitet: 18.02.2006 nach oben

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Dr. phil. Axel Hirsch

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