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Kindersendung berichtet über Diabetes

Pressemitteilung: Elisabeth-Krankenhaus

Die Maus im Essener Krankenhaus

Fotovermerk: EKE - Kinderdiabetologin Dr. Nicole Treptau erklärt ihren kleinen Patienten genau, was sie im täglichen Leben mit dem Diabetes beachten müssen. "Das ist die zwölfjährige Laura. Bevor Laura ein Butterbrot essen möchte, muss sie sich eine Spritze geben. Klingt komisch, ist aber so." - So oder so ähnlich wird es sich wohl anhören, wenn am 19. Februar 2006 in der 'Sendung mit der Maus' über Diabetes bei Kindern berichtet wird. Die nötigen Informationen für diese spannende Sachgeschichte holte sich das Drehteam bei einer Expertin aus dem Essener Elisabeth-Krankenhaus: Der Kinderdiabetologin Dr. Nicole Treptau.

Dr. Treptau findet es toll, dass die chronische Krankheit jetzt auch im Kinderfernsehen thematisiert wird, denn: "Diabetes mellitus Typ 1 ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Allein in Deutschland leiden rund 28.000 Kinder und Jugendliche daran. Die Erkrankungsrate steigt derzeit pro Jahr um weitere drei bis vier Prozent an."

Wenn der Schlüssel fehlt

Medizinische Themen im Kinderprogramm? Ja! Denn auch eine Erkrankung wie Diabetes mellitus Typ 1 lässt sich kindgerecht erklären: Unser ganzer Körper - alle Muskeln, Organe und das Gehirn - bestehen aus Zellen. Damit diese Körperzellen richtig arbeiten können, benötigen sie Zucker. Der Zucker, den wir essen, gelangt über die Wände unseres Darms in die Blutbahn. Das Blut fließt durch den ganzen Körper und bringt so den Zucker zu all unseren Zellen.

Damit der Zucker aus dem Blut in die Zellen kommen kann, braucht er eine Art Schlüssel. Dieser Schlüssel ist das Hormon Insulin. Insulin schwimmt auch im Blut und schließt dem Zucker die Zellen auf. Hergestellt wird das Insulin normalerweise in bestimmten Zellen in unserer Bauchspeicheldrüse. Entzündungen oder Erkrankungen können diese Bauchspeicheldrüsezellen kaputt machen, so dass sie kein Insulin mehr herstellen. Menschen, deren Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr herstellen kann, heißen Diabetiker.

Damit die Zellen trotzdem ihren Zucker bekommen, spritzen sich Diabetiker das Insulin mit einer Spritze ins Bein oder in den Bauch. Von hier schwimmt das Insulin dann mit dem Blut durch den ganzen Körper und kann dem Zucker die Zellen aufschließen. Da wir mehrmals am Tag Zucker essen und unsere Körperzellen auch mehrmals am Tag Zucker brauchen, müssen sich Diabetiker auch mehrmals am Tag Insulin spritzen.

Verständnis wecken

Als Grundverständnis reicht ein solches Wissen sicher. Junge Diabetiker und deren Eltern benötigen natürlich wesentlich mehr Kenntnisse und Fähigkeiten, um mit der Erkrankung klar zu kommen. Um den Blutzucker optimal einzustellen, müssen sie in der Lage sein, die Kanüle richtig in die Bauchhaut zu stechen und den Blutzucker zu bestimmen. Darüber hinaus müssen sie die Kohlenhydrate von Nahrungsmitteln richtig abschätzen und die Insulinmenge entsprechend dosieren können und wissen, von welchen Faktoren der Insulinbedarf abhängt und wie sie ihn richtig anpassen.

All dies ist nicht nur wichtig, um akute Entgleisungen des Stoffwechsels wie eine Unterzuckerung zu verhindern, sondern auch um diabetische Folgeerkrankungen zu vermeiden oder hinauszuzögern. "Wird bei einem Kind Diabetes diagnostiziert, ist in seinem Leben nichts mehr so wie es vorher war", so Treptau. "Ich denke, ein Programm wie die 'Sendung mit der Maus' vermittelt Kindern, die keinen Diabetes haben, nicht nur das Wissen über eine weit verbreitete Krankheit, sie weckt bei ihnen auch Verständnis und Interesse für das Leben der Kinder mit Diabetes."

Sendetermin:
Sonntag, 19. Februar 2006 - 11:30 Uhr ARD & KI.KA

Wiederholungen der Sendung:
Montag, 20. Februar 2006 - 06:55 Uhr SWR; 12:25 Uhr KI.KA
Dienstag, 21. Februar 2006 - 13:30 Uhr WDR
Donnerstag, 23. Februar 2006 - 06:45 Uhr HR
Samstag, 25. Februar 2006 - 06:30 Uhr RBB; 07:30 Uhr NDR; 09:30 Uhr BR-alpha

Bildunterschrift: Kinderdiabetologin Dr. Nicole Treptau erklärt ihren kleinen Patienten genau, was sie im täglichen Leben mit dem Diabetes beachten müssen.
Bildquelle: Elisabeth-Krankenhaus Essen.

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zuletzt bearbeitet: 12.02.2006 nach oben

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