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Mehr als zwei Millionen Menschen profitieren von strukturierten Behandlungsprogrammen für chronisch Kranke

Weitere Programme für andere chronische Krankheiten werden derzeit von den Krankenkassen vorbereitet

Inzwischen nehmen über zwei Millionen chronisch kranke Menschen an einem qualitätsgesicherten strukturierten Behandlungsprogramm (Disease Management Programm, DMP) teil. Im Dezember 2005 waren 2.040.967 Versicherte in eines der rund 6.000 zugelassenen Behandlungsprogramme für Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Brustkrebs und koronare Herzkrankheit eingeschrieben.

Für zwei weitere Krankheiten - Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen - sind die Zulassungsvoraussetzungen in Rechtsverordnungen bereits festgelegt. Die Programme werden derzeit von den Krankenkassen vorbereitet und stehen in Kürze den Versicherten zur Verfügung.

Dazu Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: "Die Verbesserung der Qualität in der medizinischen Versorgung ist ein wichtiges Ziel meiner Gesundheitspolitik. Besonders bei chronischen Erkrankungen ist es wichtig, dass die Betroffenen eine Behandlung erhalten, die gut abgestimmt ist und dem neuesten Stand der Medizin entspricht. Ich bin daher sehr froh, dass sich die Disease Management Programme zum festen Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Versorgung entwickelt haben. Mehr als zwei Millionen Menschen sind inzwischen in diese speziell für chronisch Kranke entwickelten Programme eingeschrieben. Das ist ein Erfolg."

Mit den strukturierten Behandlungsprogrammen für chronisch Kranke (DMP) soll eine koordinierte, qualitätsgesicherte Behandlung sichergestellt werden. Die Anforderungen zur Ausgestaltung der strukturierten Behandlungsprogramme werden gemäß der gesetzlichen Vorgaben vom Gemeinsamen Bundesausschuss - unter Beteiligung externer Fachexperten aus der ambulanten Versorgung, dem stationären Bereich und der Wissenschaft - regelmäßig auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse hin überprüft und aktualisiert.

Nachdem im Herbst 2005 das DMP Diabetes mellitus Typ 2 aktualisiert wurde, ist seit heute mit der 13. Änderungsverordnung zur Risikostrukturausgleichsverordnung erstmalig eine Aktualisierung der Zulassungsanforderungen für strukturierte Behandlungsprogramme bei Brustkrebs umgesetzt worden. Damit wird eine weitere Verbesserung der Versorgungs- und Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen erreicht.

So wurden neue Diagnose- und Therapiekonzepte auf der Grundlage von Leitlinienempfehlungen einbezogen. Auch wurde die Rehabilitation eingebunden und damit das Ziel des interdisziplinären und sektorenübergreifenden Behandlungsansatzes weiterverfolgt. Zusätzlich wurde der Umfang der in den Programmen erforderlichen Dokumentation auf das fachlich und rechtlich notwendige Maß beschränkt.

Derzeit sind über 35.000 Frauen (Stand: 16.1.2006), in Disease Management Programme für Brustkrebs eingeschrieben.

Die Rechtsverordnung ist veroffentlicht im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2006 Teil I Nr. 5, ausgegeben zu Bonn am 30. Januar 2006, S. 228 und demnächst abrufbar von der Internetseite des BMG (Gesetze und Verordnungen zur Gesetzlichen Krankenversicherung).

Weitere Informationen zu Disease Management Programmen unter: www.die-gesundheitsreform.de.

zuletzt bearbeitet: 01.02.2006 nach oben

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