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Weltdiabetestag: Diabetes-Folgeerkrankungen verursachen Kosten in Milliardenhöhe

Pressemitteilung: BESSER LEBEN - DANK INSULIN

Vermeidbare Belastung für das Gesundheitssystem

Diabetes mellitus verursachte im Jahre 2001 Kosten in Höhe von fast 60 Milliarden Euro, so das Ergebnis einer Studie der Forschungsgruppe PMV. Fast 80 Prozent dieser Ausgaben werden zur Behandlung Diabetes-bedingter Folgeerkrankungen aufgewendet, die sich bei rechtzeitiger Therapie vermeiden ließen. Allein die Kosten von Amputationen am diabetischen Fuß, der im Mittelpunkt des diesjährigen Weltdiabetestages am 14.11.2005 steht, summieren sich auf mehr als 750 Millionen Euro.

Sechs Millionen Bundesbürger wissen um ihre Diabeteserkrankung. Experten gehen davon aus, dass es auf jeden diagnostizierten, einen unentdeckten Diabetiker gibt. Bei vielen Patienten wird der Diabetes mellitus erst nach Auftreten einer Diabetes-bedingten Folgeerkrankung entdeckt. Im Rahmen ihrer KoDiM-Studie (Kosten des Diabetes mellitus) hat die PMV Forschungsgruppe der Universität Köln die direkten und indirekten Kosten der Diabetiker und des Diabetes mellitus (Diabetes-Exzess-Kosten) in Deutschland ermittelt. Die Datenbasis lieferte eine Versichertenstichprobe der AOK Hessen/KV.

Insgesamt verursachten Patienten mit Diabetes demnach im Jahr 2001 Kosten in Höhe von 59,8 Milliarden Euro. Hiervon entfielen 30,6 Milliarden auf direkte Kosten im Bereich der Krankenversicherung (25,9 Milliarden) und Pflegeversicherung (4,7 Milliarden). Durch Krankschreibungen und Frühberentungen wurde die Volkswirtschaft mit Kosten von 29,2 Milliarden Euro belastet.

Die mit der Diabetes-Erkrankung im Zusammenhang stehenden Kosten, die sogenannten Diabetes-Exzess-Kosten, summierten sich im Jahr 2001 auf 22,3 Milliarden Euro. Sie setzen sich aus 12,8 Milliarden für die Krankenversicherung, 1,8 Milliarden für die Pflegeversicherung und 7,7 Milliarden indirekte Kosten durch Frühberentung (6,6 Milliarden) und Arbeitsausfallzeiten (1,1 Milliarden) zusammen.

Der Großteil des Geldes wird nicht für die Therapie des Diabetes wie ärztliche Behandlung, Medikamente (orale Antidiabetika, Insulin) oder Hilfsmittel (Blutzuckermessgeräte, Spritzen, Pens, Insulinpumpen) und benötigt. Vielmehr werden etwa 80 Prozent der Diabetes-Exzess-Kosten von Diabetes-bedingten Folgeerkrankungen verursacht. Hierzu zählen makrovaskuläre Komplikationen (Herzinfarkt, Schlaganfall), und die noch kostenintensiveren mikrovaskuläre Komplikationen (Nieren- und Augenerkrankungen sowie das diabetische Fußsyndrom).

Ausschlaggebend für das Auftreten dieser Folgeerkrankungen ist unter anderem ein nicht ausreichend kontrollierter Blutzucker der Patienten. "Durch eine verbesserte, mittlere Blutzuckereinstellung können erhebliche Kosten in unserem Gesundheitssystem, die durch die mit Diabetes assoziierten Folgeerkrankungen entstehen, eingespart werden", kommentiert Professor Dr. med. Eberhard Standl, Chefarzt der 3. Medizinischen Abteilung am Krankenhaus in München Schwabing und Präsident der Deutschen Diabetes Union, des Veranstalters der zentralen Veranstaltung zum Weltdiabetestag in Deutschland.

Bringen orale Antidiabetika nicht das gewünschte Ergebnis, sollte möglichst schnell mit einer Insulintherapie begonnen werden. Dieser Umstieg wird von vielen Patienten mit Typ-2-Diabetes abgelehnt oder aber verzögert. "Wir müssen den Betroffenen klar machen, dass es sich bei Insulin nicht um ein Medikament im klassischen Sinne handelt. Insulin ist ein natürliches, körpereigenes Hormon, das schwere Diabetes-Folgeschäden verhindern kann und das alltägliche Wohlbefinden spürbar steigert", verdeutlicht Professor Standl.

Die Kampagne "BESSER LEBEN - DANK INSULIN" soll über die Vorteile einer rechtzeitigen Insulintherapie aufklären. Interessierte können Informationen zu den Themen Diabetes und Insulintherapie über die Internetseite www.besser-leben-dank-insulin.de (Link nicht mehr aktiv) beziehen oder eine kostenlose Broschüre anfordern bei BESSER LEBEN - DANK INSULIN, Postfach 330640, 80066 München.

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zuletzt bearbeitet: 11.11.2005 nach oben

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