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Diabetes: Preis für Ulmer Qualitätsmanagement-System

Pressemitteilung: Universität Ulm

Computer unterstütztes Qualitätsmanagement in der Medizin

Die an der Universität Ulm eingerichtete Arbeitsgruppe "Computer unterstütztes Qualitätsmanagement in der Medizin" unter Federführung der Professoren Franz Schweiggert (Leiter der Abteilung Angewandte Informatik) und Reinhard Holl (Abteilung Epidemiologie) ist dieser Tage vom Kirchheim-Forum Diabetes mit dem Nationalen Preis für Qualitätsmanagement in der Diabetologie ausgezeichnet worden.

Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung haben die Ulmer Wissenschaftler in der Kategorie "Klinik" erhalten und zwar für "zehn Jahre standardisierte Qualitätsdokumentation und Aufbau eines externen Benchmarkings pädiatrisch-diabetologischer Behandlungseinrichtungen in Deutschland".

Im Rahmen dieses Projekts hatte die Ulmer Arbeitsgruppe neben institutionellen und personellen Voraussetzungen für die Langzeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen zahlreiche Parameter zur Kontrolle der Diabetestherapie sowie zur Ergebnisqualität definiert. Wegen ihrer Auswirkungen auf die Prozess- und Ergebnisqualität hat die interdisziplinär besetzte Forschungsgruppe dabei auch psychosoziale Rahmenbedingungen berücksichtigt.

"Kernstück des Projekts ist jedoch die von uns in mehr als zehnjähriger Arbeit entwickelte Qualitätssicherungssoftware für Patienten mit Diabetes", betonen die beiden Wissenschaftler. Dieses Dokumentationsprogramm werde inzwischen bundesweit von rund 1.200 auf die Behandlung von Diabetes mellitus spezialisierten Leistungserbringern genutzt. Darunter seien mehr als 800 niedergelassene Ärzte, 250 internistisch-klinische und etwa 150 pädiatrische Zentren, so die beiden Leiter der Arbeitsgruppe.

Als wichtige Funktionen der Software bezeichnen Holl und Schweiggert insbesondere die Integration einer strukturierten, Leitliniengestützten Verlaufsdokumentation mit Leistungserfassung, interner und externer Qualitätssicherung sowie tabellarischer und grafischer Darstellung wichtiger Verlaufsparameter. Ferner erinnere das Programm an ausstehende Kontrolluntersuchungen und fertige Serienbriefe an.

Darüber hinaus ermögliche das Programm den Datenaustausch zwischen Einrichtungen, die Patienten gemeinsam betreuen, und beinhalte anonymisierte Daten-Exportformate für alle einschlägigen Qualitätssicherungsinitiativen in Deutschland. Als weitere wichtige Komponente bezeichnen die Ulmer Wissenschaftler schließlich die Integration der Blutzucker-Selbstmessung der Patienten und die Anbindung der Verlaufsdokumentation an Praxis-Software und Klinikinformationssysteme.

Die Grundidee dabei sei, dass Daten nur einmal erfasst werden müssen und dann sowohl für die Qualitätssicherung, die Leistungsdokumentation und für wissenschaftlich-statistische Auswertungen zur Verfügung stehen. Daraus ergebe sich zumindest mittel- und langfristig eine erhebliche Arbeitserleichterung für die beteiligten Einrichtungen.

Eindrucksvolle Zahlen vorweisen können die Uni-Professoren in Sachen Qualitätsmanagement. Waren es 1995 zu Projektbeginn noch 23 Zentren mit rund 2.400 Patienten, die ihre anonymisierten Daten regelmäßig zu Vergleichszwecken an die Ulmer Zentrale meldeten, so sind es zwischenzeitlich rund 150 pädiatrische Institutionen mit etwa 15.000 Patienten. "Und die Bereitschaft zur Teilnahme ist weiter steigend", freuen sich Holl und Schweiggert. Die Auswertung der Rückmeldungen dient übrigens als Basis für lokale Qualitätszirkel sowie jährliche Treffen der gesamten Gruppe.

zuletzt bearbeitet: 09.11.2005 nach oben

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