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Süße Last - Wenn Zucker zur Krankheit wird

Pressemitteilung: Eichsfeld Klinikum gGmbH

Diabetesbehandlung im Eichsfeld Klinikum

Am 14. November ist Weltdiabetestag. Das Datum erinnert an den Geburtstag von Frederick G. Banting, der 1921 gemeinsam mit Charles Herbert Best das Insulin entdeckte. Zum Weltdiabetestag 2005 hat die International Diabetes Federation das Motto "Füße zuerst - Amputationen vermeiden" ausgegeben, denn alle 30 Sekunden verliert irgendwo auf der Welt ein Mensch mit Diabetes einen Zeh, einen Fuß oder gar ein ganzes Bein. Im Eichsfeld Klinikum in Worbis wurde eine ganze Station speziell auf diese tückische Krankheit ausgerichtet.

Auf der Diabetes-Station im Haus St. Elisabeth herrscht ständig reger Betrieb. "Rund 500 Patienten mit Diabetes mellitus werden hier jährlich behandelt", berichtet Oberärztin Ines Schug, die als anerkannte Diabetologin die Station leitet. Ihr zur Seite stehen Ärzte und Schwestern sowie zwei Diabetesassistentinnen.

Die Diagnose sei für die meisten Betroffenen erst einmal ein Schock, verbindet sich doch damit eine einschneidende Veränderung der Lebensgewohnheiten. Bei der im Volksmund "Zucker" genannten Stoffwechselkrankheit handelt es sich um eine Störung der Funktion der Bauchspeicheldrüse. Diese produziert nicht genug Insulin, welches für den Abbau von Kohlehydratverbindungen in der Nahrung verantwortlich ist. In der Folge kommt es zu Glukoseablagerungen im Körper, die im Blut nachweisbar sind.

Wird Diabetes nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, hat dies eine Schädigung der Organe wie Herz, Gefäße, Augen, Nieren und Nerven zur Folge. Bei ausbleibender Behandlung muss mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder schlimmstenfalls sogar Beinamputationen gerechnet werden.

Diabetes wird in zwei Gruppen unterschieden. Beim Diabetes Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse plötzlich kein Insulin mehr; die Patienten sind sofort und rund um die Uhr auf die Zuführung des Stoffes angewiesen. Beim Diabetes Typ 2 ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse gestört; erst nach längerer Erkrankungsdauer kommt es zu einer deutlichen Abnahme der Insulinproduktion.

Diabetes Typ 2 tritt bevorzugt im höheren Lebensalter auf, betrifft aber auch zunehmend jüngere Menschen mit Übergewicht. Deshalb ist bei 95 Prozent aller Typ-2-Diabetiker zunächst eine Gewichtsreduktion erforderlich. Diese ist mit einer Ernährungsumstellung und regelmäßiger körperlicher Bewegung zu erreichen. Dabei ist die Diabeteskost heutzutage keine spezielle "Diät" mehr. "Sie entspricht vielmehr den Empfehlungen für eine gesunde Ernährung, wie sie für jeden anderen auch gelten", erklärt Diabetesassistentin Julia Pietsch. Eine gesunde Ernährung ist kohlenhydrat- und ballaststoffreich, fettarm, enthält genügend Vitamine und Mineralstoffe und nicht mehr an Kalorien, als der Körper verbraucht. Wichtig ist auch, die Menge an tierischen Fetten zu begrenzen. Zwei bis dreimal Fleisch pro Woche sind ausreichend. Den Vorzug sollten Diabetiker den einfach ungesättigten Fettsäuren geben, wie sie in Olivenöl oder im geschmacksneutralen Erdnussöl und Rapsöl enthalten sind.

Ist durch alleinige Gewichtsreduktion keine Normalisierung der Blutzuckerwerte zu erzielen, wird eine medikamentöse Behandlung begonnen. Erst wenn auch dadurch keine zufrieden stellende Stoffwechseleinstellung zu erzielen ist, muss Insulin gespritzt werden.

Am Anfang muss jeder Diabetiker lernen, was es überhaupt mit Diabetes auf sich hat und wie sich die Krankheit kurz- und langfristig auswirkt. Die Diabetesassistentinnen im Eichsfeld Klinikum informieren darüber in Einzel- oder Gruppenschulungen. Für jeden Patienten wird ein individueller Behandlungsplan festgelegt, der gemeinsam mit dem Betroffenen erarbeitet wird und speziell auf seinen Alltag abgestimmt ist. Mit viel Geduld wird den Diabetikern die Spritztechnik und die Blutzucker-Selbstkontrolle beigebracht.

Aus heutiger Sicht ist Diabetes mellitus keine Krankheit, der man sich hilflos ausgeliefert fühlen muss. Der Betroffene kann deren Verlauf selber beeinflussen. In Kenntnis der Ursachen für die Erkrankung sind eine Normalisierung des Körpergewichtes, regelmäßige körperliche Bewegung und gesunde Ernährung wichtige Punkte, die beachtet werden müssen. Ergänzend dazu erhält der Patient blutzuckersenkende Medikamente und/oder Insulin. Behandlungsziel ist die Erhaltung einer bestmöglichen Lebensqualität und die Vermeidung von Folgeerkrankungen. (Ines Schug, Diabetologin DDG)

zuletzt bearbeitet: 25.10.2005 nach oben

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