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Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall

Pressemitteilung: GlaxoSmithKline (GSK)

Neue Studie bestätigt den Stellenwert des Enzyms Lp-PLA2 als unabhängigen Marker für kardiovaskuläre Ereignisse

Die Studie, gefördert von GlaxoSmithKline und dem schwedischen Gesundheitsministerium, bekräftigt Hinweise, dass das Enzym Lp-PLA2 (lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2) ein unabhängiger Marker für kardiovaskuläre Ereignisse ist. Hieraus könnten sich wichtige therapeutische Konsequenzen ergeben - zumal sich ein Lp-PLA2-Inhibitor bereits in der Prüfung befindet. Die Daten wurden Anfang September auf dem Kongress der "European Society of Cardiology" (ESC) in Stockholm präsentiert.

Diese neuen Erkenntnisse ergeben sich aus der kardiovaskulären Kohorte der sogenannten "Malmö-Diät- und Krebsstudie" (Malmö Diet and Cancer Study)[1}, in die 5.186 Männer und Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren eingeschlossen sind (Durchschnittsalter: 58 Jahre). Bei einer mittleren Beobachtungszeit von 9,5 Jahren wurden alle tödlichen und nicht-tödlichen kardiovaskulären Ereignisse registriert (Herzinfarkt, akutes Koronarereignis, ischämischer Schlaganfall). Zu Studienbeginn erfolgte die Bestimmung der Lp-LPA2-Aktivität im Plasma. Teilnehmer mit bekannter kardiovaskulärer Erkrankung waren ausgeschlossen.

Risiko bei hoher Lp-LPA2-Aktivität nahezu verdoppelt:

Während des Beobachtungszeitraums erlitten 259 Teilnehmer (5%) ein kardio-vaskuläres Ereignis. Als sie anhand der Lp-LPA2-Aktivität in drei Gruppen (Terzilen) eingeteilt wurden, zeigte sich, dass Teilnehmer mit der höchsten Lp-LPA2-Aktivität ein nahezu doppelt so hohes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis hatten wie Personen in der untersten Terzile. Die Assoziation zwischen Lp-LPA2-Aktivität und kardiovaskulärem Risiko blieb erhalten, als die Daten für Rauchen, Bluthochdruck, Body-Mass-Index, Glukosespiegel, Lipide und C-reaktives Protein adjustiert wurden (55% erhöhtes Risiko der Teilnehmer mit der höchsten Lp-LPA2-Aktivität; p=0,031).

Beruhigung der Entzündungsaktivität könnte Menschenleben retten

"Ebenso wie die Rotterdam-Studie unterstützt dieser wichtige Forschungsbeitrag die Verbindung zwischen der Höhe der Lp-LPA2-Aktivität und Herzerkrankungen und zeigt auf, wie durch die frühe Erkennung und Behandlung inflammatorischer Marker wie Lp-LPA2 möglicherweise Leben gerettet werden können", kommentierte Lawson McCartney, Senior-Vizepräsident des "Cardiovascular and Metabolic Medicine Development Center" von GlaxoSmithKline, die Ergebnisse. In der "Rotterdam-Studie"[2], die im letzten Jahr auf dem Kongress der ECS präsentiert worden war, fand sich eine starke Assoziation zwischen der Lp-LPA2-Aktivität und koronarer Herzkrankheit (KHK) sowie Schlaganfall in der Allgemeinbevölkerung.

Phase-IIb-Studie mit Lp-LPA2-Hemmstoff beginnt in diesem Jahr:

Das Enzym Lp-LPA2 fördert die Produktion proentzündlicher Substanzen (Ly-sophosphatidylcholine, oxidierte freie Fettsäuren) im Plaque. Die Hemmung des Enzyms trägt deshalb möglicherweise zu einer Stabilisierung atherosklerotischer Plaques bei, was bereits in nicht allzu ferner Zukunft therapeutisch nutzbar sein könnte. Denn mit einem von der Firma GlaxoSmithKline entwickelten Lp-LPA2-Hemmstoff beginnt in diesem Jahr die erste weltweite Phase IIb-Studie, an der auch deutsche Zentren beteiligt sind. Bei positiven Ergebnissen der klinischen Prüfungen kann der Zulassungsantrag voraussichtlich im Jahre 2008 eingereicht werden.

Kardiovaskuläre Ereignisse sind meist Folge atherosklerotischer Veränderungen der Arterien, die durch inflammatorische Prozesse getriggert werden. Diese führen zur Bildung atherosklerotischer Plaques, die zunächst die Arterien verengen. Kommt es zur Plaqueruptur, droht - je nach Lokalisation - ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Hemmung des Entzündungsprozesses birgt deshalb ein großes Potenzial im Rahmen der Prävention und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen.

Quellen:
1 ESC Conference 2005, Abstract no. 2029, Lp-PLA2: A Novel Risk Factor for CVD: The Malmö Diet and Cancer Study, Cardiovascular Cohort.

2 ESC Conference 2004, Abstract no. 1476, Lipoprotein-associated phospholipase A2 activity is associated with risk of coronary heart disease and ischaemic stroke: The Rotterdam Study.

zuletzt bearbeitet: 19.09.2005 nach oben

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