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Diabetes und seine Komplikationen verhindern

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. med. Eberhard Standl im Rahmen der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Berlin.

Vom Nationalen Aktionsforum Diabetes mellitus zum Nationalen Diabetes-Programm Deutschland

Prof. Dr. med. Eberhard Standl Seit seiner Gründung am 7. Oktober 2004 hat das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus bereits erste wichtige Teilziele zur Implementierung eines Nationalen Diabetes-Programms Deutschland bis 2010 erreicht. Neben der Initiativveranstaltung wurden zwischenzeitlich verschiedene Workshops durchgeführt. Wichtige Erkenntnisse und Positionen zur Sachlage der Prävention und der Versorgung von Diabetes mellitus in Deutschland konnten in bisher zwei Positionspapieren zusammengetragen werden, die in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (Heft 17 - Schwerpunkt Diabetes mellitus, 29.04.2005) erschienen sind. Sie liegen als Sonderdruck bei der Pressekonferenz aus oder können direkt bei der Deutschen Diabetes-Union e.V. angefordert werden.

Die Mitglieder des Nationalen Aktionsforums Diabetes mellitus haben damit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsaufklärung geleistet, sondern auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Untersuchungen zeigen nämlich, dass der Handlungsbedarf zur Verhinderung von Diabetes und seinen Komplikationen dringender denn je ist. Die Diabetesepidemie in Deutschland wird 2010 ein Ausmaß von mindestens zehn Millionen betroffenen Bundesbürgern erreicht haben, die nach heutigen Maßstäben errechnet dann mehr als 40 Milliarden Euro Kosten pro Jahr im System der Krankenversicherungen verursachen werden, wenn nichts geschieht.

Deshalb wurde das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus gegründet. Denn im pluralistisch strukturierten und von weit gefächerten Zuständigkeiten geprägten Gesundheitswesen Deutschlands können nachhaltige Verbesserungen in der Prävention, der Früherkennung, der Versorgung und der Forschung nur erreicht werden, wenn es gelingt, Initiativen zu bündeln und ein gemeinsames, koordiniertes und zielorientiertes Handeln aller Akteure zu erreichen. In diesem Kooperationsverbund finden sich Vertreter aus allen notwendigen Schlüsselorganen und -organisationen, z. B. aus den Ministerien, Krankenversicherungen, wissenschaftlichen und berufspolitischen Gesellschaften und Instituten, den Selbsthilfegruppen sowie aus den ärztlichen Standesorganisationen, den nichtärztlichen Berater- und Behandler-Organisationen, politischen Parteien, der Industrie und den Medien zusammen. Diese entwickeln gemeinsam Strategien und Programme zur Verbesserung der Situation im Bereich des Diabetes mellitus.

Das erste Positionspapier beschreibt die Haltung des Nationalen Aktionsforums Diabetes mellitus zu Fragen der Prävention des Typ-2-Diabetes mellitus. Dieses Positionspapier wird bereits von ca. 350 Personen und Institutionen mitgetragen. Eine Liste der Unterstützer kann ebenfalls bei der Deutschen Diabetes-Union e.V. angefordert werden.

Das zweite Positionspapier vergleicht die bestehenden Versorgungsstrukturen mit einer mehr patientenorientierten, optimalen Diabetesversorgung. Aufgrund der komplexen Thematik ist die Konsensfindung hier noch nicht abgeschlossen; Anmerkungen, Änderungs- und Ergänzungsvorschläge können noch bis zum 30. Juni 2005 an den im Artikel genannten Korrespondenzautor geschickt werden.

Der *dritte große Schwerpunkt der Arbeit des Nationalen Aktionsforums Diabetes mellitus liegt auf der Diabetes-Forschung. Auch hier ist ein Positionspapier in Arbeit. Zusammen sollen diese drei Positionspapiere die Grundlage für die Gestaltung eines Nationalen Diabetes-Programms Deutschland bilden.

"Diabetes und seine Komplikationen verhindern" ist heute grundsätzlich machbar, auch im Sinne eines Nationalen Programms, bedarf aber der Bündelung aller Kräfte sowohl im fachlichen als auch im politischen Bereich.

Prof. Dr. Eberhard Standl, Präsident der Deutschen Diabetes-Union e.V. (DDU)

Die DDU koordiniert das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus. Die Koordination wird vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung gefördert. Die DDU ist der Dachverband für die Deutsche Diabetes-Gesellschaft, den Deutschen Diabetiker Bund, den Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher und den Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland.

Bildunterschrift: Prof. Dr. med. Eberhard Standl, Präsident der Deutschen Diabetes-Union e.V., Chefarzt der III. Medizinischen Abteilung, Städtisches Krankenhaus, München-Schwabing und Vorstand, Institut für Diabetesforschung München.
Bildquelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 06.05.2005 nach oben

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