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Versorgungssituation

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. med. Stephan Martin im Rahmen der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Berlin.

Nationales Aktionsforum Diabetes mellitus zur Umsetzung der Diabetes-Agenda 2010 in Deutschland

Prof. Dr. med. Stephan MartinAm 7. Oktober 2004 wurde in Berlin das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus gegründet. In diesem Kooperationsverbund finden sich Vertreter aus allen notwendigen Schlüsselorganen und -organisationen zusammen. Diese sollen gemeinsam Strategien und Programme zur Verbesserung der Situation im Bereich des Diabetes mellitus entwickeln. In diesem Zusammenhang fand am 17./18.12.04 in Berlin ein Workshop zum Thema Versorgungsstruktur unter Leitung von Prof. Stephan Martin (Düsseldorf) und Prof. Rüdiger Landgraf (München) statt.

Das Vorgehen in diesem Workshop bestand darin, dass in einer ersten Stufe losgelöst von bestehenden Versorgungsstrukturen für die Bereiche der ambulanten Diabetesversorgung, der stationären Diabetesversorgung und der Qualitätssicherung eine Idealkonstellation entwickelt wurde. Die Ergebnisse wurden in einer Prozessbeschreibung zusammengefasst, auf die in einer zweiten Diskussionsrunde bereits bestehende Programme und Strukturen projiziert wurden. In einer dritten Phase des Workshops wurden Prozessbeschreibung und bestehende Strukturen abgeglichen und der Bedarf einer Optimierung bestehender Programme bzw. die Entwicklung von neuen Maßnahmen oder einer Schaffung von neuen Strukturen diskutiert. Die Ergebnisse dieses Workshops wurden im Sonderheft der Deutschen Medizinischen Wochenschrift publiziert, das zur Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft erschienen ist.

In der Arbeit wird eine Vielzahl an Defiziten im Bereich der Diabetesversorgung in Deutschland beschrieben. Diese liegen jedoch nur zu einem Teil in Unzulänglichkeiten in den gesetzlich-strukturellen Rahmenbedingungen, zum anderen aber auch in der praktischen Umsetzung der bereits möglichen Maßnahmen. Als wesentlich wurde eine multidisziplinäre und multiprofessionelle Betreuung der Personen mit Diabetes mellitus gesehen. Im Anbetracht der großen medizinischen, aber auch gesundheitsökonomischen Sprengkraft des Diabetes mellitus und seinen Folgeerkrankungen muss kritisch diskutiert werden, ob dazu nicht neu zu entwickelnde Institutionen (z. B. Netzwerkbildung, flächendeckende Versorgungszentren) benötigt werden, die den Hausarzt und die Krankenhäuser bei der Betreuung von Personen mit Diabetes unterstützen. Durch diese Maßnahmen ist zu hoffen, dass die notwendige integrierte Versorgung von Personen mit Diabetes flächendeckend gewährleistet wird.

Bildunterschrift: Prof. Dr. med. Stephan Martin, Stellvertretender Direktor der Deutschen Diabetes-Klinik und Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Düsseldorf.
Bildquelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 06.05.2005 nach oben

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