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Aktuelles aus der Praxis der Ernährungsmedizin:

CLA-Kapseln für Typ-2-Diabetiker verboten?

Fettsäuresupplemente, die konjugierte Linolsäure (CLA) enthalten, wirken bei Typ-2-Diabetikern eher fördernd auf die Entwicklung der gefährlichen koronaren Herzkrankheit, als dass sie die tödliche Entwicklung verhindern, warnt heute der Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, Sven-David Müller-Nothmann in Aachen.

CLA, die natürlich insbesondere in Butter und Fleisch von Wiederkäuern vorkommt, ist Bestandteil aller Zellmembranen und sorgt damit für die einwandfreie Funktion derselben. Sie wirkt nachgewiesenermaßen cholesterinspiegelsenkend, weswegen sie in besonderer Weise auf den Speiseplan von Patienten mit Fettstoffwechselstörungen gehört. Die mit der Nahrung aufgenommene CLA-Menge ist in der Regel zu gering, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen - hier stellen CLA-Supplemente eine Lösung dar.

Störungen des Fettstoffwechsels und eine ausgeprägte Insulinresistenz sind zwei der Hauptstoffwechselstörungen bei Typ-2-Diabetikern und bedeutende Risikofaktoren für die Entwicklung der oftmals tödlich verlaufenden koronaren Herzkrankheit, berichtet Müller-Nothmann. Einige Tierstudien wiesen in vergangener Zeit darauf hin, dass sich eine CLA-Supplementierung sowohl positiv auf die Regulierung des Fettstoffwechsels, als auch auf die Normalisierung der Zellempfindlichkeit gegenüber Insulin auswirkt. Der Schluss lag somit nicht weit, dass die Supplementierung auch für den Typ-2-Diabetiker von Nutzen sein könnte, der damit die Möglichkeit hätte, gleich zwei Risikofaktoren für die Entwicklung der koronaren Herzkrankheit abzuschwächen, so der Ernährungsexperte.

Jetzt zeigten irische Ernährungsmediziner, dass dies bedauerlicherweise nicht der Fall ist: In ihrer achtwöchigen Studie verglichen sie unter anderem die Nüchternblut-Glucosewerte, die Insulinempfindlichkeit der Zellen und die Nüchternblut-Fettgehalte von 32 Typ-2-Diabetikern, die entweder täglich ein CLA-Supplement oder ein Placebo bekommen hatten. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Glucose- und Fettgehalte im Nüchternblut der CLA-Probanden sich nicht verringert, sondern sogar erhöht hatten und die Insulinempfindlichkeit der Zellen deutlich verringert war [1]. Die Resultate zeigten eine Verschlechterung der Stoffwechselsituation der Patienten, weswegen von einer CLA-Supplementierung bei Typ-2-Diabetikern abzuraten ist, betont Müller-Nothmann. Bei gesunden Personen zeigte sich übrigens der gewünschte, herzprotektive Effekt, so Müller-Nothmann weiter.

Die Empfehlungen für Typ-2-Diabetiker bleiben also die alten: Nachhaltige Gewichtsreduktion, das Meiden von Alkohol und Nikotin, die Steigerung der körperlichen Aktivität und eine ausgewogene und der Diabetes angemessene Ernährung, helfen Typ-2-Diabetikern nach wie vor am besten, ihren Stoffwechsel wieder in geregelte Bahnen zu leiten, betont Müller-Nothmann abschließend.

Quelle

  1. Moloney F, Yeow T-P et al.: Conjugated linoleic acid supplementation, insulin sensitivity, and lipoprotein metabolism in patients with type 2 diabetes mellitus. American Journal of Clinical Nutrition 2004; 80: 887-895.

zuletzt bearbeitet: 14.02.2005 nach oben

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