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Insulinglulisin: Neues schnellwirksames Insulin-Analogon

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Therapieoptionen für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2

Bild vom Molekül Apidra Seit November ist das neue Humaninsulin-Analogon Insulinglulisin (Apidra® sanofi-aventis) auf dem deutschen Markt erhältlich. Das gentechnisch hergestellte Insulin-Analogon kann sowohl bei Patienten mit Typ-1-Diabetes als auch bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt werden.

Ein schneller Wirkungseintritt, eine hohe Wirkkonzentration und eine kurze Wirkdauer kennzeichnen das Insulinglulisin. Erreicht wird dieses Wirkprofil durch den Austausch von zwei Aminosäuren (Asparagin in Position B3 gegen Lysin und Lysin in Position B29 gegen Glutaminsäure). "Das schnellere Anfluten des Analoginsulins macht den Spritz-Ess-Abstand überflüssig", so PD Dr. med. Andreas Hamann, Diabetes-Klinik Bad Nauheim. Es könne durch den schnellen Wirkungseintritt gleichermaßen vor oder nach einer Mahlzeit gespritzt werden.

Auch bei stark übergewichtigen Patienten bleibt das schnelle Wirkprofil von Insulinglulisin erhalten, während "die Resorption des Humaninsulins bei adipösen Patienten aufgrund der Dicke ihrer Unterhautfettschicht nur verzögert erfolgt" so Prof. Dr. Thomas Jürgen Haak, Diabetes Zentrum Mergentheim. "Als erstes schnellwirksames Insulinpräparat ist es frei von Zink, weil weder im Herstellungsprozess noch zur Stabilisierung Zink hinzugesetzt werden muss", fährt Haak fort. Durch Zink würde der Wirkungseintritt verzögert. "Apidra scheint somit eine Überlegenheit vor allem bei den stark übergewichtigen Diabetikern zu zeigen", fasst Haak abschließend zusammen.

Bei der konventionellen Therapie (CT) und der intensivierten Insulintherapie (ICT) wird das Insulin-Analogon in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Aber "auch für die Verabreichung von Insulinglulisin mittels einer Insulinpumpe liegen überzeugende klinische Daten vor", versichert Dr. Hamann anlässlich eines Pressegesprächs.

Nach Ansicht der Experten hilft der schnelle Wirkungseintritt von Insulinglulisin das Risiko für die Blutgefäße zu senken, das mit erhöhten Blutzuckerspitzen nach dem Essen verknüpft ist. Insulinglulisin wird als klare, farblose Injektionslösung in Form von Fertigpens (Apidra® 100 E/ml) und 3 ml Ampullen angeboten.

Bildunterschrift: Bild vom Molekül Apidra
Bildquelle: Sanofi-Aventis

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 10.12.2004 nach oben

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