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Uni und UKM auf der Medica

Mit vier Exponaten auf weltgrößter Medizinmesse in Düsseldorf

Besucher der weltgrößten Medizinmesse MEDICA, die am 24. November in Düsseldorf ihre Tore öffnet, werden bei einem Gang durch die Ausstellungshallen gleich an mehreren Ständen auf Exponate der Universität und des Universitätsklinikums Münster stoßen. Mit der Präsentation eines mobilen Labors zur HIV-Diagnostik, eines Pilotprojekts zur telemedizinischen Betreuung von Diabetikern, eines automatisierten Mikroskop- und Bildauswertungssystem für Laborproben sowie mit Informationen über einen neuen internationalen Master-Studiengang im Bereich der Gesundheitswirtschaft nutzen Hochschule und Klinikum diese Gelegenheit, eine kleine Auswahl innovativer Entwicklungen einem internationalen Fachpublikum näher bekannt zu machen.

Am Gemeinschaftsstand Forschungsland NRW in Halle 3 informiert das Centrum für Krankenhausmanagement (CKM) an der Universität Münster über den im kommenden Sommersemester 2005 startenden Studiengang "International HealthCare and Hospital Management". Der vom CKM in Kooperation mit dem Haus der Technik (Essen) durchgeführte Studiengang soll die Absolventen zur Übernahme verschiedenartiger Führungspositionen in Krankenhäusern, bei Krankenkassen und in der Medizinindustrie befähigen. Besonderer Wert wird dabei auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, wie zum Beispiel Kommunikation, interkulturelles Management und Sozialkompetenz gelegt. Voraussetzung für die Teilnahme an dem 14-monatigen Studiengang, der mit einem international anerkannten Universitätsabschluss, dem "Master of Business Administration (MBA)" abschließt, ist ein abgeschlossenes Studium oder vergleichbare Qualifikation und eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung.

Bei dem automatisierten Mikroskop- und Bildauswertungssystem für Anwendungen in den Lebenswissenschaften, das am Gemeinschaftstand "Spitzenmedizin im Ruhrgebiet" vorgestellt wird, handelt es sich um ein Exponat der Firma MEDXP GmbH, einer jungen Firma, die aus dem Institut für Kernphysik der Universität Münster hervorgegangen ist. Das Gerät ermöglicht eine vollautomatische Untersuchung, Auswertung und digitale Archivierung großer Zahlen von Laborproben. Einsatzmöglichkeiten eröffnen sich beispielsweise im Rahmen von Gewebeuntersuchungen in der Pathologie oder bei Toxizitätsprüfungen in der Pharmaforschung. Grundlage ist ein im Institut für Kernphysik der Westfälischen Wilhelms-Universität entwickeltes Patent, welches ermöglicht, ein Präparat kontinuierlich unter dem Mikroskop hinweg zu bewegen und dabei mikroskopische Einzelbilder zu erstellen, die anschließend zu einer einzigen "Landkarte" zusammengeführt werden.

Doch nicht nur an Ständen regionaler Aussteller aus Nordrhein-Westfalen stoßen Besucher bei der bis zum 27. November dauernden Medizinmesse auf interessante Entwicklungen münsterscher Wissenschaftler. So wird das vom Institut für Strahlenbiologie des Universitätsklinikums Münster präsentierte mobile Labor zur Messung des Immunstatus' von Aids-Patienten am Ausstellungsstand des Freistaates Sachsen zu finden sein. Der Grund: An der Entwicklung dieses Labors auf Rädern, des sogenannte "Cylab", ist neben dem Institut für Strahlenbiologie des UKM und der münsterschen Firma Partec GmbH auch das Görlitzer Unternehmens Cytecs GmbH beteiligt. Das im vergangenen Jahr mit dem 1. Preis im Wettbewerb um den Innovationspreis des Freistaates Sachsen ausgezeichnete Exponat hat einen neuen bezahlbaren Weg zur effektiven Diagnostik von AIDS-Kranken fernab von medizinischen Zentren eröffnet und ist mittlerweile in vielen Ländern Afrikas im Einsatz.

Völlig neue Perspektiven bei der Betreuung von Diabetikern, deren Zahl weltweit dramatisch zunimmt, bietet eine viel versprechende Entwicklung der Medizinischen Klinik B des UKM und des Bremerhavener Unternehmens blande.consulting. In Halle 17 der Medica werden sie an einem Stand, an dem Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Deutschland neue Entwicklungen aus dem Bereich der Telemedizin präsentieren, ihr Pilotprojekt "homecare.diabetes" vorstellen. Bei dieser telemedizinischen Betreuung Zuckerkranker benutzen insulinpflichtige Patienten zur Eintragung ihrer Blutzuckerwerte in das Diabetes-Tagebuch einen besonderen Stift. Dieser mit einer Fotoeinheit ausgestattete digitale Stift sendet die Daten direkt an ein Diabetes-Service-Center. Dort wird automatisch ein individueller Diabetes-Bericht erstellt, der dem behandelnden Arzt als Informationsbasis für die Behandlung seiner Patienten regelmäßig zur Verfügung gestellt wird. Experten gehen davon aus, dass auf diese Weise die Qualität und damit die Effizienz der Behandlung der vielen Millionen Zuckerkranken allein in Deutschland nachhaltig verbessert werden kann.

zuletzt bearbeitet: 23.11.2004 nach oben

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