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Diabetes wird zur Volkskrankheit

Weltdiabetestag: Früherkennung verhindert schwere Folgeerkrankungen

Diagnose: Diabetes. Diese Worte hören immer mehr Deutsche von ihrem Arzt. Mittlerweile gibt es knapp fünf Millionen Diabetiker in Deutschland, Tendenz steigend. Die Zahl der Erkrankten hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt.

Besonders erschreckend ist, dass zunehmend Kinder und Jugendliche unter dem Typ-2-Diabetes leiden. Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) warnt anlässlich des Weltdiabetestages am kommenden Sonntag außerdem vor schweren Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nieren- und Nervenschäden und fordert daher die verstärkte Nutzung der Früherkennungsmaßnahmen.

Diabetes lässt sich mit Blutuntersuchungen unkompliziert nachweisen: Der Blutzuckertest am frühen Morgen auf nüchternen Magen oder der orale Glucosetoleranztest ermöglichen eine genaue Diagnose. Der sogenannte HbA1C -Test ermittelt den durchschnittlichen Blutzuckerwert über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten und dient der Verlaufskontrolle. Er wird viermal im Jahr von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Außerdem helfen Teststreifen, den momentanen Blutzuckerspiegel in Sekundenschnelle zu ermitteln und zu kontrollieren. Das ist besonders für Diabetiker wichtig, die Insulin spritzen müssen: Vom Blutzuckerwert hängt die Insulin-Dosis ab. Ist sie zu hoch, droht eine Unterzuckerung, die bis zum Koma führen kann. Bei schlecht eingestelltem Diabetes können auf lange Sicht schwere Erkrankungen entstehen.

Zu den häufigsten Folgeerkrankungen von Diabetes zählen Gefäßschädigungen und Nervenschäden. In der Folge können Augen- und Nierenschäden sowie Amputationen auftreten. Darüber hinaus gibt es ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Bei etwa 25 Prozent der Diabetiker sind die Nieren geschädigt, 30 Prozent leiden an Nervenschädigungen, die bis zur Amputation führen können. Jährlich erblinden in Deutschland knapp 1.700 Menschen in Folge von Diabetes, das Herzinfarktrisiko ist vier- bis fünfmal so hoch wie bei gesunden Menschen. Mit rechtzeitigen Früherkennungsuntersuchungen und Testverfahren können diese schlimmen Folgen jedoch weitgehend verhindert werden. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen bei Diabetikern grundsätzlich Test, die der Früherkennung von Folgeerkrankungen dienen.

Wer jedoch ohne konkreten Verdacht auf Nummer sicher gehen will, muss die Tests aus eigener Tasche bezahlen.

Durch die Bestimmung des Eiweißes Albumin im Urin kann eine beginnende Niereninsuffizienz rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) oder die Aminosäure Homocystein im Blut geben Aufschluss über das Herzinfarktrisiko.

Diabetes mellitus wird in zwei Typen unterteilt: Der Typ-1, der meistens noch vor dem 25. Lebensjahr auftritt, zählt zu den Autoimmunerkrankungen und ist sowohl genetisch als auch durch Umwelteinflüsse bedingt. Dabei werden die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, es wird kein Insulin mehr produziert. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt und an zahlreichen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist.

Beim Typ-2-Diabetes, früher auch Altersdiabetes genannt, liegt meist eine Insulinresistenz vor, die einen gesteigerten Insulinbedarf hervorruft. Die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr Insulin produzieren, um den gesamten Körper der oftmals übergewichtigen Patienten zu versorgen. Dadurch kommt es zu einer Überlastung der Bauchspeicheldrüse und schließlich zu einer Einstellung der Insulinproduktion. Hinzu kommt, dass das Insulin bei Diabetes-Patienten schlechter wirkt als bei Gesunden.

Wer regelmäßig seinen Blutzuckerwert kontrolliert und sich untersuchen lässt, kann schweren Gesundheitsschäden vorbeugen. Auch die Ernährung und die richtige Bewegung spielen eine große Rolle, um vor allem Kinder und Jugendliche vor dem Typ-2-Diabetes zu bewahren.

Eine Broschüre und gegenwärtig 31 Faltblätter zu weiteren Gesundheits- und Vorsorgethemen sind kostenlos beim IPF, Postfach 160434 in 60067 Frankfurt erhältlich. Die Texte von Broschüre und Faltblättern sind zudem auf Deutsch und Englisch über die IPF-Homepage abrufbar (www.vorsorge-online.de).

zuletzt bearbeitet: 12.11.2004 nach oben

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