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Diabetes und Herzinfarkt

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Ergebnisse der DIGAMI 2 Studie vorgestellt

Weltweit wächst die Zahl der Diabetiker weiter. Allein in Deutschland werden schon bald mehr als 10 Millionen Diabetiker leben. Vor allem die Patienten mit Diabetes Typ 2, da sind etwas 90 Prozent aller Diabetiker, sind besonders anfällig für Herz-Kreislauferkrankungen. Zudem haben sie nach einem Herzinfarkt eine deutlich geringere Überlebenschance als Nichtdiabetiker. Mit Spannung wurden daher die auf der 40. Jahrestagung der Europäischen Diabetesgesellschaft vorgestellten Ergebnisse der sogenannten DIGAMI 2 Studie erwartet.

Skandinavische Wissenschaftler wollten mit dieser Studie herausfinden, ob bei einer speziellen Medikamentenkombination die Überlebenschancen von Diabetes-Patienten mit akutem Herzinfarkt steigen. Über zwei Jahre wurden mehr als 1.200 Patienten mit Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt untersucht. Neben der normalen intensivmedizinischen Therapie wurden sie sofort mit einer Insulininfusion oder blutzuckersenkenden Tabletten bei gleichzeitiger Gabe von Traubenzucker behandelt.

Doch die Ergebnisse der viel beachteten zweiten DIGAMI (Diabetes and Insulin-Glucose Infusion in Acute Myocardial Infarction) Studie sind enttäuschend. Die getesteten Therapieverfahren führten nicht zu der erwarteten Steigerung der Überlebensrate von Infarktpatienten mit Diabetes.

Dennoch führte diese Studie zu wichtigen Erkenntnissen: Einerseits zeigte sie, dass auch der Wirkstoff Metformin das Überleben der Patienten nicht verbesserte. Andererseits, und das ist ein positives Ergebnis der Studie, wurde deutlich, dass blutzuckersenkende Tabletten wie Sulfonylharnstoffe, die seit Jahrzehnten im Verdacht standen, Herzinfarkte zu verschlimmern, keine negativen Einflüsse haben.

Das Fazit der Studie lautet: Zwar erhöht keine der getesteten Medikamentenkombinationen die Überlebenschancen bei Infarktpatienten mit Diabetes, aber die Blutzuckereinstellung ist immer noch sehr wichtig. Schon bei einer geringfügigen Erhöhung des Nüchternblutzuckers steigt die Sterblichkeitsrate um etwa 20 Prozent.

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 22.10.2004 nach oben

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