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Was Hänschen nicht isst, isst Hans nimmer mehr

Eltern müssen Vorbild in Sachen gesunde Ernährung für ihre Kinder sein

Das Verhalten der Eltern spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Ernährungsgewohnheiten ihrer Kinder, berichtet heute Diplom Ernährungswissenschaftlerin Susanne Sonntag von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Bad Aachen. Achten Eltern von Anfang an auf eine gesunde abwechslungsreiche Ernährung bei ihren Sprösslingen, könnten eine Reihe ernährungs(mit)bedingter Erkrankungen im Erwachsenenalter vermieden werden, weiß Gesellschaftssprecher Sven-David Müller-Nothmann.

Mit der Frage, wie Eltern das Verhalten beeinflussen und wie sie eine gesunde Ernährungsweise unterstützen können, beschäftigt sich ein jetzt erschienener Artikel in der renommierten Fachzeitschrift International Journal of Obesity [*]. Der Autor Doktor Benton vom Institut für Psychologie der Universität Wales stellt heraus, dass es nicht allein genügt, wenn Kinder über gesundes Essen und Trinken Bescheid wissen, sondern von ganz entscheidender Bedeutung sind Neigungen und Verhaltensmuster, die durch das Elternhaus von frühester Kindheit an geprägt werden.

Eine Schlüsselrolle für die Entwicklung eines gesundheitsförderlichen Ernährungsverhaltens stellen daher die Eltern da. Sie müssen zum einen über gesundes Ernährungsverhalten aufgeklärt sein und zum anderen auch über geeignete Strategien verfügen, dieses Wissen an die Kinder weiterzugeben. Denn nur weil die Eltern dem Kind sagen, dass Obst und Gemüse gesund sind, isst es deshalb nicht automatisch mehr davon. Eine Ursache dafür liegt in der emotionalen Steuerung des Essverhaltens.

Benton gibt in seinem Artikel eine Reihe von Ratschlägen, wie Eltern diese emotionale Seite ansprechen und beeinflussen können. Ganz wichtig ist, dass Kinder ihre Mahlzeiten in einer angenehmen familiären Atmosphäre essen. Eltern sollten die Essenszeiten nicht für Streitigkeiten oder Bestrafungen missbrauchen. Kinder zu zwingen, bestimmte Lebensmittel zu essen, führt eher zu einer noch größeren Ablehnung. Auch sogenannte Weisheiten, wie "Es wird gegessen was auf den Tisch kommt", oder "Es wird erst aufgestanden, wenn der Teller leer ist", sind wohl etwas überholte Erziehungsmaßnahmen. Besser ist es, die Kinder so oft wie möglich in die Wahl von Mahlzeiten, beim Einkauf von Lebensmitteln und bei deren Zubereitung mit einzubeziehen.

Neben einer gesunden Ernährungsweise, spielt auch reichlich körperliche Bewegung, am besten an der frischen Luft, eine entscheidende Rolle, um Übergewicht und Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Erkrankungen des Herzens vorzubeugen, so Sonntag abschließend.

Quelle: D Benton: Role of parents in the determination of the food preferences of children and the development of obesity. International Journal of obesity (2004) 28, 858-869.

zuletzt bearbeitet: 21.10.2004 nach oben

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