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Die "Zucker-Uhr" PENDRA noch lange nicht marktreif

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Hoffnungen auf verletzungsfreie Glukosemessung vorerst enttäuscht

Seit Jahren warten Diabetiker auf die Möglichkeit ihren Blutzuckerwert ohne den Pieks in den Finger bestimmen zu können. Die Zucker-Uhr PENDRA eröffnete diese Möglichkeit und weckte Hoffnungen. Doch in bisherigen Studien wurden mit der "Zucker-Uhr" verlässliche Werte nur im Labor gemessen.

Auf dem europäischen Diabetologen-Kongress der EASD im letzten Jahr in Paris wurde die Markteinführung der PENDRA in Aussicht gestellt. Sie nimmt kontinuierlich im Minutenabstand eine Messung vor, und zwar nicht-invasiv, das heißt ohne die übliche kleine Stichverletzung.

Mit Spannung warteten die Zuhörer auf die Pressekonferenz des PENDRA-Herstellers Pendragon Medical AG im Rahmen des diesjährigen EASD-Kongress. In München erfuhren sie viel über die Entwicklung des verletzungsfreien kontinuierlichen Glukose-Monitorings in den letzten Jahren und die spezifische Funktionsweise der PENDRA. Auch diverse Studien wurden ausführlich dargestellt.

Erst ganz zum Schluss der Veranstaltung sprach der Leiter des Instituts für Klinische Forschung und Entwicklung (ikfe GmbH), Prof. Dr. Andreas Pfützner. Doch er sieht die PENDRA bisher nur als ergänzendes Gerät zur Blutzuckerbestimmung. Durch die kontinuierliche Messung könnten Unter- bzw. Überzuckerungen aufgespürt werden, die ansonsten vielleicht unentdeckt blieben. Sein Fazit begrub die Hoffnungen auf eine baldige Markteinführung der "Zucker-Uhr". Vorläufig liefere das Gerät nur im Labor gute Blutzuckerwerte.

Temperaturschwankungen und andere Faktoren führten nach Angaben von Pfützner zu Ergebnissen, die weit von der Messung mit herkömmlichen Geräten abweichen. Zudem ist bekannt, dass einige Patienten allergisch auf das auf der Unterseite der Uhr angebrachte Testpflaster reagieren.

Die Firma Pendragon Medical AG hat die Markteinführung der PENDRA vorläufig verschoben. Das Gerät zur verletzungsfreien, kontinuierlichen Glukosemessung muss sich offenbar noch in weiteren Studien und Feldstudien beweisen und noch einige "Kinderkrankheiten" auskurieren. Ab wann die PENDRA dann für einige Tausend Euro zu kaufen sein wird, steht heute noch in den Sternen.

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 22.09.2004 nach oben

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