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AOK im Dialog

Pressemitteilung: AOK-Bundesverband

Gesundheitserziehung muss gelebter Standard werden in Kindergarten und Schule

"Gesundheitserziehung muss gelebter Standard werden in Kindergarten und Schule." Dies forderte Dr. Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, zum Auftakt einer AOK im Dialog-Veranstaltung "Schwerer Start ins Leben - Übergewicht bei Kindern" in Berlin.

Erfolgversprechende Strategien gegen das Übergewicht, so Ahrens, müssten schon bei Kindern und Jugendlichen ansetzen. Übergewicht bei Kindern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die Politik auf allen Ebenen stellen müsse und die auch für die gesetzlichen Krankenkassen große Bedeutung habe.

Ahrens forderte weiter, in den Schulen den Sportunterricht im Zuge von PISA nicht dem Deutsch- und Mathematikunterricht zu opfern, denn Konzentrationsfähigkeit und Lernerfolge würden durch vermehrte körperliche Aktivität steigen. Hier seien die Bundesländer gefordert. Im Rahmen der Kultusministerkonferenz sollten sie auch Kernlehrpläne zu Ernährung und Gesundheit in Schulen verabschieden.

Eine von der AOK initiierte Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD) zeige, dass der Anteil der Mädchen und Jungen zwischen 11 und 15 Jahren mit mindestens drei Stunden Sportunterricht in der Woche seit 2001 um 35 % zurückgegangen sei. Nur noch jeder zweite Jugendliche zwischen 11 und 15 sei Mitglied in einem Sportverein, bei den Älteren seien es sogar nur 38 %. Die Folge sei ein messbarer Rückgang der Fitness in dieser Altersgruppe. Ahrens: "Damit rollt eine Gesundheitskatastrophe auf Deutschland zu, wenn jetzt nicht auf allen Ebenen durch bundesweite Gesundheitserziehung für Bewegung und richtige Ernährung bei Kindern und Jugendlichen gesorgt wird!".

Die AOK setzte deshalb auf Angebote zur richtigen Ernährung und Bewegung von Anfang an. So biete die AOK mit über 600 Präventionsfachkräften Unterstützung in schulischen Gesundheitsprojekten, so z. B. Kurse für Eltern mit Klein- und Schulkindern. Ein besonderer Renner sei das AOK-Programm "Power Kids", ein videogestütztes Selbstlernprogramm für Kinder, unterstützt durch Begleitkurse.

Dringend notwendig sei es, gesellschaftlich das richtige Klima zu schaffen für mehr Bewegung und richtige Ernährung. So habe die AOK mit dem AOK-Familientag in 250 regionalen Veranstaltungen bundesweit gezeigt, wie viel Spaß es mache, wenn Eltern mit ihren Kindern gemeinsam aktiv seien. Ahrens forderte die Bundesregierung auf, Forschungsmittel für Langfriststudien im Bereich der Grundlagen- und Versorgungsforschungen bereit zu stellen.

Die Wirksamkeit von heute angebotenen Behandlungsprogrammen für bereits übergewichtige Kinder sei nicht durch zuverlässige wissenschaftliche Studien belegt. Im Programm des Bundesforschungsministeriums zur Präventionsförderung oder im Gesundheitsressort sollten dazu Mittel zur Verfügung gestellt werden. Kritisch setzte sich Ahrens auch mit der Werbung für angeblich gesunde Kindernahrungsmittel auseinander. Derartige Werbung dürfe es nur geben, wenn der Gesundheitsnutzen tatsächlich bewiesen sei.

zuletzt bearbeitet: 20.09.2004 nach oben

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