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Neues Basis-Insulin mit vorhersagbarer Wirkung

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Insulindetemir mit einzigartigem Verzögerungsmechanismus

Neues Basis-Insulin Das langsam wirkende Insulin-Analogon Insulindetemir (Levemir® Novo Nordisk) wurde auf dem Kongress der EASD (European Association for Study of Diabetes) in München vorgestellt. Durch einen speziellen Verzögerungsmechanismus senkt dieses Humaninsulin das Risiko von Hypoglykämien (Unterzuckerungen) deutlich. Zudem konnte in Studien nachgewiesen werden, dass die intensivierte Therapie mit Insulindetemir kaum noch zu unerwünschten Gewichtszunahmen führt.

Insulindetemir wird mit seinem besonderen Verzögerungsmechanismus, der Albuminbindung, zur Abdeckung der Basalrate in der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) bei Typ-1- und der supplementären (ergänzenden) Insulintherapie (SIT+) bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt. Der Verzögerungsmechanismus führt zu einem vorhersagbaren Wirkprofil und einer gleichmäßigen Insulinfreisetzung über circa 20 Stunden (dosisabhängig).

Gleichzeitig wird das Hypoglykämie-Risiko gesenkt und die Gewichtskontrolle im Vergleich zu NPH (Neutral Protamin Hagedorn)-Verzögerungsinsulinen verbessert. Insulindetemir liegt in klarer Lösung vor und muss folglich nicht wie andere Verzögerungsinsuline vor der Injektion durchmischt werden. Durch seinen neutralen pH-Wert ist Insulindetemir an der Einstichstelle gut verträglich.

Insulindetemir-Moleküle an Albumin gebunden. Der Mechanismus zum Erreichen einer verzögerten Freigabe des Wirkstoffs beginnt bei Insulindetemir mit der Bildung von sogenannten Di-Hexameren bzw. Hexamerketten. Anschließend binden sich die Insulindetemir-Moleküle an das Körpereiweiß, also Albumin-Moleküle. In einem dynamischen Prozess trennen sich die Insulindetemir-Moleküle immer wieder von den Albumin-Molekülen, um sich dann erneut an sie zu binden. Da nur freies Insulin am Zielgewebe zur Wirkung kommen kann und Insulindetemir im Plasma zu etwa 98 Prozent an Albumin gebunden ist, wirkt der Verzögerungsmechanismus als Puffer gegen Schwankungen bei der Insulinwirkung.

Insulindetemir führt durch eine gleichmäßige Insulinwirkung zu einem vorhersagbaren Wirkverlauf. Das führt zu stabilen und reproduzierbaren Blutzuckerspiegeln bei geringer intra-individueller Variabilität. Insulindetemir hat nur eine schwache Wirkspitze, die erst nach etwa 8 bis 10 Stunden auftritt. Es wird ein- bis zweimal täglich, in Kombination mit einem zu den Mahlzeiten verabreichten kurz wirksamen Normalinsulin bzw. Insulinanalogon, gespritzt. Levemir® ist seit dem 30. August 2004 in 3 ml Ampullen und als Fertigpen im Handel.

Bildunterschrift: Insulindetemir-Moleküle an Albumin gebunden
Bildquelle: Novo Nordisk Pharma GmbH

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 20.09.2004 nach oben

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