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Forscher erhalten Einblick in die Stammzellteilung

Pressemitteilung: pressetext.deutschland

Verständnis soll bei schweren Krankheiten helfen

Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg haben eine grundlegende Erkenntnis zur Stammzellforschung gewonnen: Den Forschern ist es gelungen, Einblicke in das genetische Programm der asymmetrischen Teilung von Blutstammzellen zu erhalten.

Die Wissenschaft setzt große Hoffnungen in die Stammzellforschung, um Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes oder Krebs mit Hilfe von Stammzellen zu behandeln. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Forscher das genetische Programm kennen, das hinter der Selbsterneuerung und der Differenzierung von Stammzellen steckt.

"Unsere Ergebnisse bringen uns einen großen Schritt weiter auf dem Weg, die Geheimnisse der asymmetrischen Stammzellteilung zu verstehen", so Anthony Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, dessen Forschungsgruppe um den Wissenschaftler Wolfgang Wagner bei dem Projekt federführend war. Das Wissen könne genutzt werden, um etwa Stammzellen im Labor für Transplantationen anzureichern, führt der Experte aus.

Die asymmetrische Zellteilung ist eine besondere Fähigkeit von Stammzellen. Wenn sie sich teilen, entstehen Tochterzellen mit unterschiedlichem Zell-Schicksal. Einerseits können sie reifen und sich zu verschiedenen Zelllinien, wie etwa zu Knochen-, Nerven- oder Blutzellen, entwickeln. Andererseits können sie als undifferenzierte Stammzelle erhalten bleiben und dienen dann der Selbsterneuerung. Blutstammzellen sind die Vorläufer aller Blutzellen und sind deshalb von hoher klinischer Bedeutung. Sie sind wichtig für die Stammzelltransplantation bei Patienten mit Blutkrebs.

"Bei Forschungs- und Anwendungs-Studien stehen Wissenschaftler weltweit vor dem Problem, die frühen Blutstammzellen von reiferen Blutzellen zu unterscheiden sowie sie zu benennen und anzureichern", sagt Ho. Bisher verwenden die Forscher eine Vielzahl von Oberflächen-Molekülen, um Stammzellen zu charakterisieren und unterschiedliche Methoden, um sie von reiferen Zellformen zu trennen und aufzureinigen. Den Forschern ist es gelungen, zusätzlich zu den Oberflächenmarkern die charakteristische Zellteilungsgeschwindigkeit auszunutzen, um frühe Stammzellen von reifen Blutzellen zu trennen. "Der genetische Fingerabdruck dieser gezielt angereicherten Stammzellpopulationen zeigt uns, welche Gene in den Zellen aktiv sind", führt Ho aus. So können die unreifen Blutstammzellen besser erkannt und definiert werden. "Stammzellforscher sind jetzt quasi in der Lage, dieselbe Sprache zu sprechen", erklärt Ho.

Redakteur: Wolfgang Weitlaner,
E-Mail: weitlaner@pressetext.at, Tel. +43-1-81140-307.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von pressetext.deutschland.

zuletzt bearbeitet: 19.08.2004 nach oben

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