Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2004 > 040816

Der Blutfetthammer: LDL-Cholesterin

Aktuelles aus der Praxis der Ernährungsberatung

Wenn der Blutfetthammer LDL-Cholesterin mit voller Wucht zuschlägt und das natürliche Gleichgewicht der Blutlipide durcheinander bringt, sind Herz und Gefäße in großer Gefahr und das tödliche metabolische Syndrom nicht mehr fern, warnt heute Gesellschaftssprecher Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Die Diagnose metabolisches Syndrom oder tödliches Quartett, das verantwortlich für die meisten Todesfälle in den westlichen Industrienationen ist, äußert sich bei den Betroffenen laut Müller über den Besuch der vier Killer des tödlichen Quartetts: Neben den erhöhten Blutfettwerten gehören dazu erhöhte Blutzuckerwerte, bauchbetontes Übergewicht und der Bluthochdruck.

Typisch für die Veränderungen des Fettstoffwechsels beim tödlichen Quartett sind die erhöhten Werte des "schlechten" LDL's (Lipoprotein mit niedriger Dichte) und die erniedrigten Werte des "guten" HDL's (Lipoprotein mit hoher Dichte). Die Lipoproteine sind die Transportform des Cholesterins, enthalten unterschiedlich hohe Anteile an Cholesterin und sind aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktionen mehr oder weniger risikobehaftet für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das HDL transportiert Cholesterin aus den Gefäßen zurück zur Leber, während das LDL diese Funktion nicht aufweist. Häufig tödlich verlaufende Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Schlaganfälle sind Folge von Verhärtungen und Verkalkungen der arteriellen Gefäßwände (Arteriosklerose). Die Entwicklung einer Verkalkung und die damit einhergehende Ablagerung von Plaques an den Gefäßwänden ist ein Prozess, der sich über Jahre bis Jahrzehnte erstreckt und unterschiedlich schwere Folgen haben kann. Die Plaques bestehen zum größten Teil aus Lipoproteinen, hauptsächlich aus LDL. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass durch einen erhöhten LDL- und einen erniedrigten HDL-Spiegel das Risiko, in den nächsten Jahren an Arteriosklerose oder der koronaren Herzkrankheit zu erkranken, enorm ansteigt.

Was aus (ernährungs-)medizinischer Sicht zu tun ist, um die Risikofaktoren auszuschalten, also den LDL-Spiegel zu erniedrigen und den HDL-Spiegel zu erhöhen, erläutert Müller mit einem Satz: Eine Umstellung des Lebensstils ist unumgänglich! Hierzu gehört nicht nur eine Veränderung der Ernährung, sondern auch eine Steigerung der körperlichen Aktivität und Nikotinabstinenz.

Dreh- und Angelpunkt der Ernährungstherapie ist die Modifikation der Fettaufnahme, vor allem heißt es weniger tierische Fette, die reichlich gesättigte Fettsäuren enthalten, aufzunehmen und pflanzliche Fette, wie Rapsöl mit vorwiegend ungesättigten Fettsäuren, zu bevorzugen. Gesättigte Fettsäuren stecken in fettem Fleisch und Wurstwaren oder vollfetten Milchprodukten wie Creme fraiche oder Sahne. Auch zu viel Butter gibt den Gefäßen einen gefährlichen Dämpfer!

Alternativ dazu ist der Fettbedarf durch hochwertige pflanzliche Fette wie Raps-, Oliven- oder Maiskeimöle zu decken. Fisch, magere Fleischsorten sind laut Müller für eine fettmodifizierte Ernährung ebenso geeignet wie fettarme Milchprodukte. Enthält der Speiseplan zusätzlich reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, freuen sich nicht nur Herz und Gefäße, sondern der ganze Körper über den guten "Brennstoff", so Müller abschließend.

Informationen zu einer schonenden Senkung des Cholesterinspiegels haben die Experten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in der 27seitigen Broschüre "Cholesterinspiegel schonend senken" zusammengefasst. Die Broschüre kann gegen 3 Euro in Briefmarken (Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, Stichwort "Cholesterin", Kurbrunnenstr. 5, 52066 Bad Aachen) angefordert werden. In dem Buch "Cholesterin natürlich senken" finden Sie neben weiterführenden Informationen auch leckere Rezepte. Das Buch ist für 9,90 Euro in jeder Buchhandlung oder direkt bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. erhältlich.

zuletzt bearbeitet: 16.08.2004 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.