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Wenn die Taille einen umbringt

Taillen-Hüft-Umfang entscheidet über Leben und Tod!

Menschen, die ihr Übergewicht hauptsächlich am Bauch mit sich herum tragen, gefährden die Gesundheit des Herzens mehr als diejenigen, die das Fett rund um Hüfte und Gesäß angesetzt haben, betont heute Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Entscheidend für das Gesundheitsrisiko ist die Waist-to-Hip-Ratio (WHR), also das Verhältnis des Umfanges der Taille zu dem der Hüfte, erklärt der Experte. Ist die WHR hoch, ist das Übergewicht eher bauchbetont (androider Typ: "Apfelform") und das Risiko, an Folgeerkrankungen wie beispielsweise Arteriosklerose, Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken unverhältnismäßig höher als bei einem niedrigeren Wert (gynoider Typ: "Birnenform"). Bei Männern liegt ab einer WHR von mehr als 0,95, bei Frauen ab 0,85 (Taillenumfang/Hüftumfang) eine sogenannte abdominale Fettablagerung vor.

Risikofaktoren für die abdominale Fettablagerung sind neben der Vererbung und dem Alter auch eliminierbare Faktoren wie körperliche Inaktivität, Rauchen, zu viel Alkohol, psychischer Stress, Fehlernährung oder schnell aufeinander folgende Diäten, nach denen das Ausgangsgewicht schnell wieder erreicht ist ("Jo-jo-Dieting"), erklärt Müller. Eine langsame, aber nachhaltige Gewichtsreduktion lohnt sich sowohl für den "Apfel-" als auch für den "Birnentyp", denn das Risiko für alle Begleiterkrankungen des Übergewichts sinkt mit den purzelnden Kilos, unterstreicht Müller.

Ein Plus an sanfter Bewegung in Kombination mit einer wohl überlegten Ernährungsumstellung, die in Zukunft viel frisches Gemüse und Obst, Fisch, mageres Fleisch sowie Milch- und Vollkornprodukte auf dem Speiseplan vorsieht, nutzt also sowohl dem persönlichen Wohlbefinden, als auch der Gesundheit - übergewichtig sein macht krank, formuliert Müller.

Ernährungsexperten zählen das bauchbetonte Übergewicht neben erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten sowie dem Bluthochdruck zu den vier Killern des tödlichen Quartetts. Spielen diese vier Faktoren in ungünstiger Weise zusammen, führen sie zum metabolischen Syndrom, das jedes Jahr mehr Menschenleben fordert und die Staats- und Krankenkassen der westlichen Industrienationen in exorbitantem Maße belastet, so Müller.

Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2, Niereninsuffizienz und Krebs sind nur einige der sogenannten Zivilisationserkrankungen, die das metabolische Syndrom hervorruft. Da das metabolische Syndrom in den westlichen Industrienationen immer schneller um sich greift, hat die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik die Initiative "Stoppt das tödliche Quartett" ins Leben gerufen, so Müller abschließend.

zuletzt bearbeitet: 29.07.2004 nach oben

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