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Ulla Schmidt:

Wir brauchen die Hochleistungsmedizin der Universitäten

Zusammen mit der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft besucht die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, Ulla Schmidt, heute die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Auf dem Programm stehen das Deutsche Diabetes Forschungsinstitut (DDFI) sowie das Universitätsklinikum.

Aus diesem Anlass erklärt Bundesministerin Ulla Schmidt: "Zur Sicherung einer guten medizinischen Versorgung ist die Hochleistungsmedizin unverzichtbar. Universitätskliniken haben dabei eine große Bedeutung. Sie bieten die Voraussetzung, dass die breite Bevölkerung am medizinischen Fortschritt teilhaben kann. Und natürlich ist eine gesicherte finanzielle Basis die Grundlage für Innovationen durch die Hochschulmedizin.

Ein wesentliches Ziel der Gesundheitspolitik ist sicherzustellen, dass der medizinische Fortschritt auch finanziert werden kann. Das geht aber nur, wenn die gesetzliche Krankenversicherung auf einer soliden finanziellen Grundlage steht. Dauerhaft Defizite und steigende Beiträge sind Gift für den medizinischen Fortschritt. Deshalb war die Gesundheitsreform auch unter diesem Aspekt notwendig, denn sie sichert in der Perspektive bis 2007 eine solide Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung."

Die besondere Leistungsfähigkeit der Hochschulmedizin erweise sich, so Ulla Schmidt, beim Deutschen Diabetes Forschungsinstitut an der Düsseldorfer Universität. Sie unterstrich, dass das Institut entscheidend die wissenschaftlichen Grundlagen zur Einführung der qualitätsgesicherten Behandlungsprogramme bei Diabetes geliefert habe. Das Institut ist ein Kompetenzzentrum für den Diabetes mellitus, das zu jeweils 50 Prozent vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und dem Land Nordrhein-Westfalen institutionell im Rahmen der Forschungsförderung gefördert wird. Der jährliche Bundesanteil beträgt 4,5 Mio. Euro.

Zur aktuellen Diskussion um die Einführung der Abrechnung nach Fallpauschalen in der Krankenhausfinanzierung versicherte Ulla Schmidt, dass die besondere Problematik der Hochschulmedizin in der konkreten Ausgestaltung der Fallpauschalen Berücksichtigung finden müsse.

Ulla Schmidt: "Wir sind uns der besonderen Problematik der Universitätskliniken bewusst. Deshalb gibt es für Innovationen die Möglichkeit, vom Fallpauschalensystem abweichende krankenhausindividuelle Vergütungsvereinbarungen zu schließen. Auch kann davon ausgegangen werden, dass bei der Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems die besondere Situation der Hochleistungsmedizin zunehmend besser berücksichtigt wird. Im 2005er Fallpauschalenkatalog werden die typischen Universitätsleistungen wie z. B. Intensivmedizin oder langliegende Fälle besser bewertet werden.

Darüber hinaus werden die Rahmenbedingungen für die schrittweise Einführung des Fallpauschalensystems mit dem jetzt vorliegenden 2. Fallpauschalenänderungsgesetz so verändert, dass insbesondere auch die Hochschulmedizin nicht überfordert wird. Die Überführung von den bisherigen Budgets auf landeseinheitliche Preise wird von drei auf vier Jahre und damit bis Ende 2007 verlängert. Die Auswirkungen der jeweiligen Anpassungsstufen auf die Budgets werden abgemildert. Damit wird sichergestellt, dass keine Klinik übermäßigen Budgetreduzierungen ausgesetzt ist, ohne genügend Zeit für Anpassungen zu haben. Zudem gilt insbesondere auch gegenüber dem Hochschulbereich als zugesagt, dass im September bei Vorliegen des neuen Fallpauschalenkatalogs für das Jahr 2005 eine nochmalige Überprüfung der grundlegenden Rahmenbedingungen erfolgt.

Auch sind die Rahmenbedingungen für die ambulanten Leistungen der Universitäten deutlich verbessert worden. Die Möglichkeiten der Institute, ambulante Leistungen zu erbringen, sind erweitert worden und insbesondere ist die Vergütung auf eine neue Grundlage gestellt worden. Die Kliniken verhandeln jetzt ihre Vergütungen direkt mit den Krankenkassen, unabhängig von den Kassenärztlichen Vereinigungen. Mit der Gesundheitsreform wurden die Möglichkeiten, hochspezialisierte Leistungen in Zukunft ambulant zu erbringen, erweitert. Damit haben insbesondere die Universitätsklinika ein breites Spektrum an Reaktionsmöglichkeiten auf die veränderten Bedingungen und zur Entwicklung moderner Strukturen."

zuletzt bearbeitet: 19.07.2004 nach oben

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