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Reichlich Bauchfett gefährdet die Gesundheit!

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Bauchspeck ist gefährlicher als Hüftspeck

Die vier Killer des "tödlichen Quartetts", Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Blutzucker und bauchbetontes Übergewicht, kosten Jahr für Jahr mehr Menschen das Leben, dabei ist vor allem letzteres - der lästige und dazu gefährliche Bauchspeck - mit relativ wenig Aufwand in den Griff zu bekommen, erklärt heute Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Bereits rund 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts übergewichtig, haben also einen BMI (Körpergewicht in Kilogramm/(Körpergröße in Metern)2) von über 25 (Männer) beziehungsweise 24 (Frauen). Der Trend steigt auch weiterhin trotz des hohen Gesundheitsrisikos an, so Müller.

Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für schwere Folgeerkrankungen wie beispielsweise Arteriosklerose, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus Typ 2, Krebs, Gicht und Fettstoffwechselstörungen, die teilweise tödlich enden können, insbesondere wenn sie zusammen als "Tödliches Quartett" vorkommen, erklärt Müller.

Doch Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht: Ernährungsmediziner teilen es nach der Körperfettverteilung in zwei verschiedene Gruppen ein, die auch ein unterschiedliches Risiko für die entsprechenden Folgeerkrankungen bergen. Der gynoide Typ ("Birnentyp") ist definiert durch den Fettansatz hauptsächlich an Hüften und Gesäß, der androide Typ ("Apfeltyp") setzt das Fett eher im Bauchbereich an.

Der androide Typ lebt laut Müller eindeutig gefährlicher: Adipöse und Übergewichtige mit androider Fettverteilung haben ein weitaus höheres Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Gefäßverkalkungen zu erkranken und im schlimmsten Falle einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die Fettverteilung ist laut Müller genetisch bedingt und unterscheidet sich bei Männern und Frauen, was allerdings nicht heißt, dass die androide Fettverteilung bei Frauen nicht vorkommt!

Weiterhin begünstigen eine hochkalorische Ernährung, körperliche Inaktivität, zu viel Alkohol und Nikotin, psychischer Stress sowie schnelle Gewichtsab- und –zunahmen ("Jojo-Effekt") die Fettablagerung am Bauch. Eine nachhaltige Reduktion des Körperfettanteils durch eine Ernährungsumstellung in Kombination mit viel Bewegung lohnt sich laut Müller sowohl für androide als auch für gynoide Typen, denn mit dem Körperfettanteil sinkt auch das Risiko für die oben genannten Krankheiten.

Viel frisches Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, Seefisch und reichlich Mineralwasser sind die Grundpfeiler einer Ernährung, die dem "Tödlichen Quartett" ganz einfach den Wind aus den Segeln nimmt, formuliert Müller abschließend.

Hilfestellung zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion leistet die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik: Die Broschüre "Abnehmen kann nur, wer satt is(s)t" kann von der Homepage www.ernaehrungsmed.de heruntergeladen werden.

zuletzt bearbeitet: 29.06.2004 nach oben

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