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"Kompetenzzentrum für Gefäßmedizin Oberrhein" bündelt Kräfte im Kampf gegen Gefäßerkrankungen

Pressemitteilung: www.DIAKOnetz.de

Spezialisten aus Speyer, Mannheim und Landau optimieren Versorgung von Gefäßpatienten in der Region

Ein interdisziplinäres "Kompetenzzentrum für Gefäßmedizin Oberrhein" sichert ab sofort die medizinische Versorgung von Patienten mit Gefäßerkrankungen zwischen Karlsruhe und Mainz. Ein Schwerpunkt ist dabei die Versorgung von Durchblutungsstörungen der Beine bei Patienten mit Diabetes mellitus (Diabetisches Fuß-Syndrom).

Initiatoren des Projektes sind das Speyerer Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus und das Diakoniekrankenhaus Mannheim. Durch den Zusammenschluss überregional anerkannter Spezialisten bei der internistisch-medikamentösen Behandlung von Gefäßerkrankungen (Angiologie), der Kathetertherapie zur Öffnung verschlossener Arterien (interventionelle Angiologie) und der operativen Wiederherstellung der Durchblutung der unterschiedlichen Körperabschnitte (Gefäßchirurgie), gewährleisten die Kliniken bestmögliche Diagnostik und Therapie auch bei solchen Patienten, die an seltenen Erkrankungen der Blutgefäße leiden.

Wichtig ist die Zusammenarbeit der genannten Fachgebiete vor allem im Blick auf die zunehmende Zahl von Zuckerkranken. Fachleute gehen davon aus, dass in spätestens 20b Jahren jeder zehnte Bürger der sogenannten Wohlstandsnationen an Diabetes mellitus leidet. Prof. Dr. Gerhard Rümenapf, Leiter der Gefäßchirurgie des Gefäßzentrums Oberrhein und gemeinsam mit PD Dr. Dirk Jentschura verantwortlich für die Leitung der Chirurgischen Abteilung des Speyerer Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses, erklärt: "Diabetes mellitus schädigt den Stoffwechsel der Schlagadern nachhaltig. Es kommt zur Verdickung der Arterienwand und sehr häufig zu Ablagerungen, der sogenannten Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)." Die Folgen sind verheerend, denn ist eine Schlagader blockiert, fehlt dem dahinterliegenden Teil des Körpers der lebensnotwendige Sauerstoff. Wird diese Gefahr nicht rechtzeitig erkannt, sterben die unterversorgten Zellen ab. Eine Folge der Krankheit ist der gefürchtete "diabetische Fuß", eine Diagnose, die in rund 30.000 Fällen pro Jahr mit einer Amputation der geschädigten Gliedmaßen endet.

Diesen Kreislauf durchbricht die Vernetzung der Kompetenzen von ausgewiesenen Fachleuten der beiden Kliniken: Neben Prof. Dr. Rümenapf sorgen der Chefarzt der chirurgischen Klinik des Diakoniekrankenhauses Mannheim, Priv. Doz. Dr. Bernhard Rumstadt, und der Leitende Arzt der Abteilung Angiologie/Kardiologie des Diakoniekrankenhauses Mannheim, Dr. Klaus Amendt, für die durchgehende Versorgung der Patienten. Letzterer übernimmt die Leitung der konservativen und interventionellen Angiologie des Gefäßzentrums. Zusätzliche Kapazitäten ergeben sich durch die Zusammenarbeit mit dem diabetologischen Zentrum des Klinikums Landau-Südliche Weinstraße, an dem seit Beginn des Jahres eine interdisziplinäre diabetische Fußstation besteht.

Das Behandlungsspektrum der Gefäßmediziner reicht von der spezifischen medikamentösen Behandlung über die operative Umgehung blockierter Schlagadern bis zur Aufdehnung verstopfter Blutgefäße. Behandelt werden nicht nur Gefäße der Beine, sondern auch die des Bauches (Aorta, Nierenarterien) sowie die hirnversorgenden Arterien (Carotis). Für zusätzliche Qualität und Sicherheit der Diagnosen sorgt der Einsatz moderner Ultraschall-, Röntgen- und Kernspintechnik an allen drei Standorten.

In dieser Vernetzung liegt eine weitere Stärke des Zusammenschlusses. Werner Krämer, Geschäftsführer des Speyerer Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses, erklärt: "Wir haben großen Wert auf die Verfügbarkeit unserer Fachleute an allen genannten Kliniken gelegt." Anders gesagt: Das Ärzteteam kann sowohl in Mannheim wie auch in Speyer und Landau arbeiten. Es entfallen überflüssige, den Patienten belastende Krankentransporte, Zeitverluste und Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Fachabteilungen. "Gemeinsam haben wir das Konzept der vernetzten Versorgung auf eine komplette Region erweitert", ergänzt der Geschäftsführer des Diakoniekrankenhauses Mannheim. Eine vergleichbare Kooperation, die Kliniken über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verbindet, habe es bislang nicht gegeben. Dipl.-Kfm. Peter Fischer ist überzeugt, dass das Modell Schule macht: "Unsere Gefäßpatienten kommen schon heute aus allen Teilen der Republik. Mit Gründung des neuen Kompetenzzentrums haben wir ein wirksames Bollwerk gegen Gefäßerkrankungen, vor allem gegen die Auswirkungen von Diabetes mellitus in Deutschland geschaffen."

zuletzt bearbeitet: 14.06.2004 nach oben

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