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Zertifizierte Patientenschulung

Qualitätsgesicherte Insulinpumpen-Schulungs- und Trainingsprozeduren notwendig

Die Insulinpumpen-Therapie hat in den letzten 15 Jahren an Bedeutung gewonnen. Durch umfangreiche Schulungsmaßnahmen und ständig weiter entwickelte Technik, die vor allem der Benutzerfreundlichkeit der Produkte zu Gute kam, konnten immer mehr Diabetiker mit Hilfe der Insulinpumpen-Therapie die Diabeteseinstellung verbessern und damit ihre Lebensqualität deutlich erhöhen. Auf einem Symposium im Rahmen der 39. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft am 19. Mai 2004 in Hannover informieren Wissenschaftler und Praktiker über Anforderungen an die Insulinpumpen-Therapie, Qualitätssicherung und Schulungsprogramme.

In Deutschland leben rund sechs Millionen Diabetiker. Bei einem Teil von ihnen produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr, so dass dieses Hormon regelmäßig - je nach Therapie zwischen zwei und sieben Mal am Tag - gespritzt werden muss, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Trotz des häufigen Spritzens kann der Stoffwechsel der betroffenen Diabetiker bei der intensivierten Insulintherapie (ICT) nicht immer optimal eingestellt werden. Es besteht die Gefahr von Unter- oder Überzuckerungen.

Hier bietet eine Insulinpumpe eine erhebliche Erleichterung: "Die Insulinpumpe ahmt die Funktion der Bauchspeicheldrüse nach und versorgt den Diabetiker über ein Infusionsset (Katheter) rund um die Uhr mit der Menge Insulin, die er braucht", informiert Barbara Woll, Leiterin Marketing Infusion bei Roche Diagnostics. "Sie gibt alle drei Minuten automatisch den Insulin-Grundbedarf ab (Basalrate), der individuell für den Diabetiker errechnet und in die Insulinpumpe einprogrammiert wurde. Den Zusatzbedarf (Bolus) für die Mahlzeiten ruft der Patient selbst ab, je nachdem was, wann und wieviel er essen möchte."

Die Vorteile dieser Therapie für Lebensqualität, Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein der Diabetiker sind groß - mehr als 35.000 in Deutschland tragen derzeit eine Insulinpumpe - aber die Insulinpumpen-Therapie setzt einen motivierten Diabetiker mit der Fähigkeit zum Diabetes-Selbstmanagement voraus. Um dies zu erreichen, wird der Diabetiker intensiv durch qualifizierte Fachkräfte geschult. "Die zunehmende Verbreitung der Insulinpumpen-Therapie und die Forderung nach Qualitätssicherung in allen Bereichen medizinischer Behandlungsfelder machen qualitätsgesicherte Insulinpumpen-Schulungs- und Trainingsprozeduren notwendig", fordert Prof. Dr. med. Helmut-R. Henrichs, "nach Möglichkeit mit offizieller Zertifizierung zum Beispiel in Disease Management Programmen." Hier hat sich nach Henrichs das differenzierte Schulungs- und Seminarprogramm von Disetronic für unterschiedliche Zielgruppen wie Ärzte, Diabetesteams, Diabetesberater und -assistenten sowie Diabetiker bewährt. 2003 wurden insgesamt 39 Seminare zur Qualitätssicherung in der Insulinpumpen-Schulung durchgeführt.

Aktuell entwickelt Roche Diagnostics gemeinsam mit einem Advisory Board von Experten aus Klinik und Praxis auf Basis des bereits bewährten Schulungsprogramms zur Insulinpumpen-Therapie ein neues strukturiertes Behandlungs- und Schulungsprogramm "Insulinpumpen-Therapie für Erwachsene". In dem neuen Schulungs-Programm werden aktuelle didaktische, pädagogische und diabetologische Erkenntnisse berücksichtigt. "Das später nur in qualifizierten Pumpenzentren angebotene modulare Gruppenschulungsprogramm wird derzeit erstellt und anschließend in einer Studie evaluiert", berichtet Advisory-Board-Mitglied Dr. med. Eva Maria Fach. "Trainiert werden beispielsweise Dosisanpassung, temporäre Basalratenvariation oder das Verhalten bei Sport und Erkrankungen". Die Evaluierung des neuen Schulungsprogramms im Rahmen einer von Roche Diagnostics initiierten nationalen Multicenterstudie beginnt im Herbst 2004. Das Schulungsprogramm soll anschließend zertifiziert werden.

zuletzt bearbeitet: 27.05.2004 nach oben

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