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Neue intelligente Insulinpumpen in Deutschland erhältlich

Pressemitteilung: Medtronic GmbH

Die Insulinpumpen Paradigm® 512 und 712 von Medtronic leisten durch komplexe Berechnungen und Insulin-Dosierungsempfehlungen bei Diabetes einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit

Medtronic, Inc. (NYSE: MDT) hat heute die Markteinführung seiner Insulinpumpen Paradigm 512 und 712 in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt gegeben. Diese "intelligenten" Pumpen stellen präzise Insulin-Dosierungsempfehlungen zur Verfügung und sind konzipiert, um den Patienten bei der Verbesserung der Blutzuckerkontrolle zu helfen und somit zu einer Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität beizutragen.

Die Insulinpumpen Paradigm 512 und 712 enthalten den einzigartigen Bolus Expert (Bolus Wizard™ Calculator), der die benötigte Insulinmenge für eine gute Blutzuckereinstellung vorschlägt. Mit Aktivierung dieser Funktion erübrigt sich die tägliche Berechnung des Bolus-Insulins, die u. U. kompliziert ist und zu ungenauen Dosierungen führen kann. Durch Bestimmung des aktiven Insulins, d. h. der noch im Körper wirkenden Insulinmenge, trägt der Bolus Expert (Bolus Wizard Calculator) darüber hinaus zur Vermeidung einer Insulin-Überdosierung bei, die zu gefährlich niedrigen Blutzuckerspiegeln führen kann.

Durch ihre geringe Größe eignet sich die Pumpe Paradigm 512 ideal für Patienten, die eine möglichst unauffällige Insulinpumpe von Medtronic MiniMed haben möchten. Die Pumpe Paradigm 512 beinhaltet ein Reservoir mit 1,76 ml (176 Insulin-Einheiten) und ist für Patienten mit einem geringeren Insulinbedarf gedacht. Da die Pumpe Paradigm 712 ein Reservoir mit 3 ml (300 Insulin-Einheiten) fasst, müssen Patienten mit hohem Insulinbedarf das Reservoir nicht so häufig wechseln wie bei Pumpen mit einem kleineren Reservoir. Von diesem praktischen großen Reservoir können vor allem Jugendliche, Patienten mit insulinresistentem Diabetes vom Typ 1 und 2 sowie Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes profitieren. In die Paradigm 712 passt auch ein kleines Reservoir mit 1,76 ml. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung der Diabetes-Behandlung an den täglichen Insulinbedarf. Beide Pumpen können bei vielen Patienten die Insulin-Injektionen ersetzen.

Diabetes mellitus und seine Folgen

Beim Diabetes ist der Körper nicht in der Lage, die Nahrungsenergie angemessen zu verwerten. Es kommt zum Diabetes, wenn die Bauchspeicheldrüse kein Insulin bildet oder wenn sie zwar Insulin bildet, der Körper diesem gegenüber aber resistent ist. Insulin ist ein Hormon, das für den Transport des Blutzuckers aus der Blutbahn in die Körperzellen benötigt wird, in denen der Zucker in Energie umgewandelt wird. Es gibt zwei Formen von Diabetes: Typ 1 und Typ 2. Typ 1 erfordert die Verabreichung von Insulin und tritt am häufigsten bei Kindern und Jugendlichen auf.

Diabetes erreicht epidemische Ausmaße. Nach den neuesten Zahlen der International Diabetes Federation sind weltweit etwa 193 Millionen Erwachsene an Diabetes erkrankt. Diese Zahl wird voraussichtlich bis zum Jahr 2025 auf 333 Millionen ansteigen. Zudem benötigen schätzungsweise 30 Millionen Menschen Insulin - davon 430.000 Kinder unter 15 Jahren.

Menschen mit Typ-1- und insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes sind "potentielle Kandidaten" für die Insulinpumpentherapie. Aufgrund von ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel steigt die Zahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes weiter an. Bei Anhalten dieser Epidemie müssen voraussichtlich mehr Menschen mit Typ-2-Diabetes mit Insulin behandelt werden. In Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Großbritannien zusammengenommen sind fast 700.000 Menschen an Typ-1-Diabetes erkrankt.

Nach einem Bericht des "The Lancet Ltd." liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Patienten mit Typ-1-Diabetes bis zu 15 Jahre unter der Allgemeinbevölkerung. Starke Blutzuckerschwankungen um den Zielwert können zur Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod führen, ebenso zu Folgeerkrankungen wie Erblindung, Nierenversagen, Amputationen, Impotenz und Herzerkrankungen. Für viele Patienten ist die Diabetes-Behandlung ohne eine Insulinpumpe und häufige Blutzuckerkontrollen schwierig.

Insulinpumpentherapie

Eine Insulinpumpe imitiert die Insulinabgabe einer gesunden Bauchspeicheldrüse. Anders als bei Insulin-Injektionen gibt eine Insulinpumpe rund um die Uhr kontinuierlich Insulin ab und ermöglicht bei Bedarf eine einfache zusätzliche Bolus-Insulingabe. Eine externe Insulinpumpe hat die Größe eines Pagers und arbeitet batteriebetrieben. Sie kann am Gürtel oder unter der Kleidung getragen werden und versorgt den Körper über einen dünnen Kunststoffschlauch (Infusions-Set) mit einem schnell wirksamen Insulin aus einem Reservoir in der Pumpe. Reservoirs und Infusions-Sets werden vom Anwender im Allgemeinen alle zwei bis drei Tage gewechselt.

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zuletzt bearbeitet: 19.05.2004 nach oben

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